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13.08.2019


Samsung Galaxy Note 10: Ein starkes Stück


Samsung hat das Smartphone Galaxy Note 10 vorgestellt. Es ist in zwei Größen bestellbar und ab dem 23. August im Handel erhältlich.


Samsung hat das Galaxy Note 10 vorgestellt. Das Smartphone mit  Stift existiert nun auch in einer größeren Variante namens Note 10+.    Foto:    Samsung

Samsung hat das Galaxy Note 10 vorgestellt. Das Smartphone mit Stift existiert nun auch in einer größeren Variante namens Note 10+. Foto: Samsung

 

Von Malte Kirchner

Wilhelmshaven - Hat das Streben nach mehr Größe bei Smartphones tatsächlich ein Ende erreicht? Nun, es lässt zumindest aufhorchen, dass Samsung sein neues Galaxy Note 10 nunmehr in zwei Größen anbietet.

Die erste Variante ähnelt mit 6,3 Zoll dem Vorjahresmodell. Die zweite ist mit 6,8 Zoll größer - die Grenze zum Tabletformat ist geknackt - doch selbst die Südkoreaner, die Vergrößerungen ihrer Geräte bislang mit voller Überzeugung vornahmen, scheinen mittlerweile zaghafter geworden zu sein. Das kleinere Modell wirkt ein wenig wie ein Rückzugsort, falls die Kunden den Weg doch nicht alle mitgehen.

Das Galaxy Note von Samsung ist traditionell das Smartphone, das eher den Business-Kunden im Blick hat. Gilt das Galaxy S-Modell als Consumer-Gerät, setzt das Note Maßstäbe als kraftvolles Powerhouse, in das Samsung nicht nur in Sachen Leistung das Maximale einsetzt, sondern auch bei den Funktionen einen bunten Mix aus allen mobilen Innovationsbereichen einbaut.

So ist es auch bei der Modellreihe 10. Wer zum „Team Vorsicht“ gehört, zahlt dafür allerdings einen Preis bei den Funktionen. Das Note 10+ hat im Gegensatz zum Note 10 eine Tiefenkamera für entsprechende Bildeffekte spendiert bekommen. Ferner gibt es das neue Mobilfunknetz 5G auch nur im größeren Gerät. Dies dürfte deutsche Nutzer bei dem derzeitigen Ausbaustand - es gibt nur einige wenige Antennen im ganzen Bundesgebiet - nicht akut schmerzen, ist jedoch bei den längeren Zeiträumen, in denen Nutzer ihre Geräte behalten, durchaus einen (Zukunfts-)Gedanken wert.

Diejenigen Journalisten, die von Samsung zu Vorabterminen eingeladen wurden, sprechen positiv über das Gerät. Doch es ist diesmal durchaus eine gezügelte Euphorie. Die Ursache dafür dürfte wohl darin zu suchen sein, dass Samsung mit dem Galaxy S10 dieses Jahr schon kräftig vorgelegt hat. Und irgendwie steht das Note 10 auch ein wenig im Kernschatten des Galaxy Fold, jenes Falt-Smartphone-Tablets, das Samsung nach Problemen wieder zurückrief und bald in einer überarbeiteten Version neu herausbringen will. Bei aller Glücklosigkeit: So viel Innovation ist mit einer klassischen Weiterentwicklung wie beim Note schwer zu toppen.

Diese „klassische Weiterentwicklung“ sieht bei den neuen Notes unter anderem so aus, dass das vom Galaxy S10 bekannte nahezu rahmenlose Infinity O-Display verbaut wurde. Das Displayloch für die Selfie-Kamera ist in die Mitte gerückt. Die Frontkamera hat einen Nachtmodus erhalten, der für bessere Bilder in dunklen Umgebungen sorgen soll.

Der für das Note wie kaum etwas anderes stehende Stift (Pen) kann jetzt auch freischwebend für Gestensteuerung verwendet werden. Wie viele Nutzer diese skurril aussehende Methode im Stile eines Zauberstabs am Ende tatsächlich verwenden werden, gilt es abzuwarten, aber es ist zumindest erstmal technisch faszinierend. Freunde des schnellen Aufladens können künftig mit 45 Watt Gas geben und in 30 Minuten einen hohen Ladestand erreichen. Selbst kabellos geht es mit 25 Watt zügig voran. Der Akku scheint damit umgehen zu können.

Kurioserweise am meisten diskutiert wird im Netz der Wegfall eines Ports: Der Klinkenstecker für Kopfhörer entfällt. Künftig gibt es nur noch USB-C für Daten und Strom. Was bei Apple und anderen schon länger praktiziert wird, ist bei Samsung nur deshalb ein Thema, weil die Südkoreaner Apple zunächst verlacht hatten. Was Samsung weglässt und offenbar kaum einer vermisst, ist der eigene Hardwareknopf für Bixby, Samsungs Vision eines Sprachassistenten.

Unter dem Strich hat Samsung einmal mehr beeindruckende und mächtige Geräte vorgelegt, die sich jedoch eines branchenweiten Problems auch nicht erwehren können: Die Zeiten großer Aha-Effekte sind - die Faltgeräte einmal beiseite gelassen - vorbei.

Genauso vorbei sind allerdings auch die Zeiten von Geräten unter 1000 Euro. Das Note 1 fängt zwar bei 949 Euro an. Die wirklich spannenden Versionen und das Note 10+ liegen bei Preisen bis zu 1199 Euro.