14.06.2019


Ratsherr verteidigt Blitzer-Diebstahl


Christian Ressel (FDP) plädiert für bauliche Maßnahmen, um Gefahrenstellen zu sichern. Geschwindigkeitskontrollen seien ungeeignet.


Ratsherr Christian Ressel.    Foto:    WZ-Bilddienst

Ratsherr Christian Ressel. Foto: WZ-Bilddienst

 

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven - Darf ein Ratsherr eine Straftat gutheißen? Zumal dann, wenn sich die Tat ganz gezielt gegen die Stadt richtet, für die er in Amt und Würden ist? Diese Frage stellt sich nach Facebook-Äußerungen von Christian Ressel (34) zum Diebstahl der stationären Geschwindigkeitsmessanlage der Stadt.

Unbekannte hatten - wie berichtet - in der Nacht zu Pfingstmontag den „Blitzer“ in der Bismarckstraße ausgebaut und offenbar am Kanalweg ins Wasser geworfen. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch.

Der Vorfall löste in den Sozialen Netzwerken ein erhebliches Echo aus. Hunderte Bürger kommentierten die Sachbeschädigung. Viele äußerten dabei ihren Unmut über Geschwindigkeitskontrollen und lobten die Blitzer-Diebe. Unter ihnen auch Ressel, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion: „Ich finde es gut! Man sollte diesen Leuten einen Orden verleihen Nun muss nur noch der ?Begrüßungsabzocker? in Höhe des Baumarktes weg!“

Einen Orden für Leute, die das Eigentum der Stadt zerstören? Gegenüber der WZ bekräftige Ressel gestern seine Ablehnung gegenüber stationären Geschwindigkeitsmessungen.

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Um potenzielle Gefahrenstellen zu sichern - etwa Schulen, Kindergärten oder Altenwohnanlagen - seien Blitzer ohnehin ungeeignet. „Es blitzt - und drei Tage später muss ich zahlen.“ Mit Blick auf den Schutz von anderen Verkehrsteilnehmern sind nach Ansicht des Liberalen Aufpflasterungen auf der Fahrbahn viel sinnvoller. Sie würden Autofahrer unmittelbar dazu veranlassen, langsamer zu fahren - und sie seien vermutlich noch deutlich billiger als Geschwindigkeitsmessanlagen.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Freitag, 14. Juni 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.