12.01.2018


Prozessauftakt: Motiv für Bluttat im Wohnheim völlig unklar


Ein Psychiater bescheinigte, dass von dem 44-Jährigen weitere Taten zu erwarten sind. Gegen den Wilhelmshavener hat ein Sicherungsverfahren wegen Totschlags vor der Oldenburger Schwurgerichtskammer begonnen.


DPA-Foto: Ebener

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Von Franz-Josef Höffmann
Wilhelmshaven/Oldenburg - Wegen Totschlags muss sich seit Donnerstag ein 44 Jahre alter Mann aus Wilhelmshaven in einem Sicherungsverfahren vor der Oldenburger Schwurgerichtskammer verantworten. Anders als in einem Anklageverfahren gibt es in einem Sicherungsverfahren nur „Beschuldigte“, keine „Angeklagten“.

Ein Sicherungsverfahren zielt in der Regel auf die Unterbringung einer beschuldigten Person in der geschlossenen Psychiatrie ab. Die Anordnung dieser Maßnahme ist auch im jetzigen Prozess zu erwarten.

Der 44-Jährige soll am 12. Juli vergangenen Jahres im schuldunfähigen Zustand in einem Behindertenheim in Wilhelmshaven einer Mitbewohnerin ein Messer in den Bauch gerammt haben. Die 32-Jährige starb noch am Tatort in ihrem Zimmer. Der Beschuldigte und die Getötete waren Bewohner des Heimes.

Ein psychiatrisches Gutachten hat dem 44-Jährigen Schwachsinn bescheinigt. Aufgrund seines Zustands seien weitere Taten zu erwarten, weswegen der Beschuldigte gefährlich für die Allgemeinheit sei.

Am Tattag hatte der 44-Jährige zusammen mit der 32-Jährigen Fernsehen geschaut und zwar in deren Zimmer. Eine Pflegerin hatte das gesehen und sich über den Kontakt gefreut. Den Ermittlungen zufolge soll der 44-Jährige dann der Frau urplötzlich das Messer in den Bauch gerammt haben.