30.01.2018


Niemand ist zu alt, Lesen und Schreiben zu lernen


Das neu gegründete "Alpha-Netz Wilhelmshaven" will Menschen mit Leseschwäche helfen, das Lesen zu lernen und Schwellenängste abzubauen.


Stellten gestern das Netzwerk vor: (v.li. vorne) Pastorin Anke Stalling, Christiane Stückemann (Mehrgenerationenhaus), Heike Julius (Sozialarbeiterin Volkshochschule),  (dahinter) Journalist in Katharina Guleikoff, Ruth Jakubzik (Büro für leichte Sprache), Maren Torhoff und Tim Tjettmers (Volkshochschule).  WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

Stellten gestern das Netzwerk vor: (v.li. vorne) Pastorin Anke Stalling, Christiane Stückemann (Mehrgenerationenhaus), Heike Julius (Sozialarbeiterin Volkshochschule), (dahinter) Journalist in Katharina Guleikoff, Ruth Jakubzik (Büro für leichte Sprache), Maren Torhoff und Tim Tjettmers (Volkshochschule). WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Wilhelmshaven/gb - Rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland im erwerbsfähigen Alter gelten als „funktionale Analphabeten“. Die meisten von ihnen können zwar einzelne Sätze lesen und schreiben, doch schon bei schriftlichen Arbeitsweisungen wird es schwierig. Rein rechnerisch dürfte es in Wilhelmshaven rund 7000 Betroffene geben, schätzt Tim Tjettmers, Fachbereichsleiter Politik, Gesellschaft, Umwelt der Volkshochschule.

Wie viel es wirklich sind, weiß niemand. „Es ist schwer, an diesen Personenkreis heranzukommen“, weiß Tjettmers.

Umso begeisterter beteiligt sich die Volkshochschule am Kooperationsnetzwerk „Alpha-Netz Wilhelmshaven“, das das Mehrgenerationenhaus Wilhelmshaven jetzt mit einer Reihe von Partnern knüpft. Mit von der Partie sind außerdem das Büro für leichte Sprache der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit (GPS), die Stadtbibliothek mit einem großen Fundus an Literatur in leichter Sprache und die Journalistin Katharina Guleikoff, die über die Sozialen Netzwerke im Internet für Aufmerksamkeit sorgen soll.

Nach einer einführenden Vortragsveranstaltung (siehe unten) am Montag, 5. Februar, soll es am 12. Februar richtig losgehen. Jeweils montags und donnerstags gibt es von 16 bis 17 Uhr ein Lese- und Lerncafé in Verbindung mit einer offenen Sprechstunde. „Jeder kann kommen“, betonen die Initiatoren. Niemand verpflichtet sich zur Teilnahme.

Auch wer einfach nur Probleme hat, ein Schreiben zu verstehen, ist willkommen. Im Anschluss findet dann ein Lese- und Rechtschreibkurs der VHS statt.

 

Vortrag zum Auftakt

Einen Erfahrungsbericht gibt der Hafenarbeiter Uwe Boldt am Montag, 5. Februar, um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Werftstraße 75. Boldt hat einen Alphabetisierungskursus absolviert und ist Botschafter für Alphabetisierung. Außerdem informiert VHS-Programmbereichsleiter Tim Tjettmers über funktionalen Analphabetismus und das Alpha-Netz Wilhelmshaven. Tjettmers war Projektleiter beim Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung. 

Kontakt:  auf Facebook unter alpha-Netz Wilhelmshaven; E-Mail: alphanetz@mgh-wilhelmshaven.de; Telefon 164000