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12.01.2018


Freiburg: Mutter soll Sohn für Vergewaltigungen angeboten haben


Die 47-jährige Freiburgerin soll den Neunjährigen über zwei Jahre lang sexuell misshandelt und anderen Männern gegen Geld angeboten haben.


Eine Mutter soll ihr Kind für Vergewaltigungen verkauft haben. Foto: Patrick Seeger

 

Freiburg/dpa - Nach den mutmaßlichen Vergewaltigungen eines neunjährigen Jungen und der Festnahme von acht Verdächtigen prüft die Polizei mögliche Verbindungen zu anderen Taten.

 

 

Hierfür werten die Ermittler beschlagnahmte Filme und Datenträger aus, wie eine Sprecherin der Polizei in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur am Freitag sagte.

 

 

Im Fall des Neunjährigen, den seine Mutter laut Ermittlungen mehr als zwei Jahre lang gegen Geld Männern für Vergewaltigungen überlassen hat, seien alle Verdächtigen in Untersuchungshaft. Es werde nun untersucht, ob es weitere Taten gebe. Einige der Verdächtigen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Freiburg wegen schwerer Misshandlung von Kindern vorbestraft.

 

 

Im Zentrum des Falls stehen die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr 37 Jahre alter Lebensgefährte. Beide lebten bei Freiburg. Sie sollen das Kind gemeinsam sexuell misshandelt und es anderen Männern gegen Geld angeboten haben. Gezahlt wurden demnach jeweils mehrere tausend Euro. Die Kontaktaufnahme lief den Angaben zufolge über das Internet. Hierfür sei auch das sogenannte Darknet, ein verborgener Teil des Internets, genutzt worden, bestätigte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart.

 

 

Der Junge sei von mehreren Tätern wiederholt und an mehreren Tatorten in und um Freiburg missbraucht und vergewaltigt worden. Die Taten sollen sich von 2015 bis Herbst 2017 ereignet haben. Der Junge ist seither in staatlicher Obhut und wird betreut, wie ein Sprecher des Jugendamts Breisgau-Hochschwarzwald bestätigte.

 

 

Auf den Fall waren die Ermittler den Angaben zufolge erstmals im vergangenen September durch einen anonymen Hinweis gestoßen. Die Mutter war den Angaben zufolge zuvor strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten.

 

 

Nach LKA-Angaben handelt es sich um den schwerwiegendsten Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern, den die Behörde jemals bearbeitet hat. Die Männer, die in Untersuchungshaft sitzen, seien 32 bis 49 Jahre alt. Sie stammen den Ermittlern zufolge aus der Nähe von Freiburg, aus Schleswig-Holstein, der Schweiz und Spanien. Festgenommen wurden sie in Deutschland, Österreich und Spanien.

 

 

Unter den Verdächtigen ist auch ein 49 Jahre alter Soldat der Bundeswehr, wie ein Sprecher des Heeres bestätigte. Festgenommen wurde der Mann in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg im Elsass.