15.01.2018


"Feuer in den Kesseln": Eindringliches Stück Regionalgeschichte


Das Ensemble überzeugt durch starke schauspielerische Leistungen. Bühnenbild und Musik versinnbildlichen den Weg vom Aufstieg zum Fall.


Die Heizer und Matrosen gespielt von (von rechts) Ben Knop, Philipp Buder, Sven Heiß und Julius Ohlemann. Foto: Landesbühne

Von Juliane Minow

Wilhelmshaven - Es beginnt mit einem unschuldig-schnodderigen „Moin“ mitten im Nirgendwo. Platt sprechen die Bauern hier, zwischen Schlick und Klei surren die Fliegen. Doch schon bald wird sich das Land an der Küste aus der Unbedeutsamkeit erheben, Preußen errichtet einen Kriegshafen - Wilhelmshaven.

Die summende Fliege, sie darf nicht vergessen werden, wird sie am Ende doch zur Metapher des untergehenden Kaiserreichs.

In Michael Uhls Inszenierung für die Landesbühne Niedersachsen Nord „Feuer in den Kesseln“, die am Sonnabend Premiere im Stadttheater feierte, gelingt dem Regisseur ein beeindruckender Spagat zwischen einem eindringlichen Schauspiel, das den Zuschauer die Meuterei an Bord von 1918 hautnah miterleben lässt, und einer historisch fundierten Geschichtsstunde.