15.06.2019


Bekommt die NordWestBahn noch die Kurve?


Im Weser-Ems-Netz darf personell nichts mehr schiefgehen. Es gibt keine Puffer für Krankheitsfälle, sagt ein Sprecher. Auch beim "Tag der Niedersachsen" gibt es Probleme.


Ein fahrender Zug ist ein Anblick, der Reisende erfreut. Leider kämpft die NordWestBahn weiterhin mit Ausfällen.    WZ-Foto:    Lübbe

Ein fahrender Zug ist ein Anblick, der Reisende erfreut. Leider kämpft die NordWestBahn weiterhin mit Ausfällen. WZ-Foto: Lübbe

 

Von Malte Kirchner

Friesland/Wilhelmshaven - Es sollte ein Fest werden: Nicht nur der Tag der Niedersachsen in Wilhelmshaven soll ein Glanzpunkt für die Region werden. Auch die NordWestBahn wollte sich als Zubringer für die Gäste von ihrer besten Seite präsentieren.

Im 30-Minuten-Takt und bis in die Nacht sollten die Züge in Richtung Jadestadt rollen. Erst am Mittwoch wurde dies noch groß angekündigt. Die Baustellenpause fällt an diesem Wochenende aus. Im Erfolgsfall hätte mancher Reisende sicherlich auch kurzzeitig vergessen, dass die NWB in den vergangenen Jahren und zuletzt auch verstärkt im Raum Bremen mit Ausfällen von sich reden machte.

Doch selbst beim Prestigeprojekt Sonderverkehr zeigt sich einmal mehr, dass die NWB massiv mit Fachkräftemangel zu kämpfen hat. „Trotz aller Anstrengungen und Planungen, den Tag der Niedersachsen reibungslos mit dem Zug zu bedienen, ist es uns leider nicht gelungen, alle Zusatzfahrten für das Wochenende abzudecken. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist vorbereitet“, räumte NWB-Sprecher Steffen Högemann gestern auf Nachfrage ein. Nach WZ-Informationen hat die Leitstelle tatsächlich bis zur letzten Minute mit Geldzulagen und freien Tagen versucht, Triebfahrzeugführer zu einer Extraschicht zu überreden. Doch vergeblich.

Die jetzigen Ausfälle reihen sich ein in eine lange Kette von Ärgernissen für die Fahrgäste. War im vergangenen Jahr das Weser-Ems-Netz mit der Strecke Sande-Esens besonders stark betroffen, ist derzeit die Regio-S-Bahn im Raum Bremen/Oldenburg stark betroffen.

„Immer mehr Leute hauen ab“, sagte der WZ ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Fachkräftemangel herrscht nach seinen Worten bei nahezu allen Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Firmen werben Kräfte der Mitbewerber mit vierstelligen Summen und Prämien für die Vermittler ab. „Das macht auch die NordWestBahn“. Allein: „Es kann kein Zufall sein, dass sich bei der NWB mehr abwerben lassen als zu uns kommen.“



Ergänzung vom Samstag, 15. Juni:
Über Twitter gab die Nordwestbahn den Ausfall zahlreicher Verbindungen zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg und Wilhelmshaven und Esens bekannt. Die Abfahrtszeiten der bislang betroffenen Zugfahrten liegen zwischen 6 Uhr und 16:09 Uhr. Einen Schienenersatzverkehr gibt es nicht.

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Samstag, 15. Juni 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.