Wilhelmshaven

23.08.2019


Interview mit Johannes Oerding: "Festivals sind eine große Klassenparty"


Am Samstag steht das große Pumpwerk Open-Air auf dem Programm. Im Interview mit der WZ erzählt Headliner Johannes Oerding, worauf er sich besonders freut und was er mitbringt.


Beim Wochenende an der Jade 2014 spielte Johannes Oerding auf der großen Südstrand-Bühne direkt am Jadebusen. WZ-Foto: Bilddienst/Lübbe

Beim Wochenende an der Jade 2014 spielte Johannes Oerding auf der großen Südstrand-Bühne direkt am Jadebusen. WZ-Foto: Bilddienst/Lübbe


Von Lutz Rector

WZ: Nach Konzerten im Pumpwerk und beim „Wochenende an der Jade“ direkt vor dem Jadebusen kommst Du morgen wieder nach Wilhelmshaven. Schon aufgeregt?

Johannes Oerding: Aufgeregt nicht, aber voller Vorfreude, weil auf Wilhelmshaven immer Verlass war. Die Menschen kommen und haben große Lust auf Livemusik, das bleibt hängen. Allerdings komme ich auch mit ein bisschen Wehmut im Gepäck, denn das ist unser vorletztes Open-Air für dieses Jahr.

 

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WZ: Im Gegensatz zu früheren Konzerten bist Du dieses Mal nicht allein, sondern Teil eines Festivals. Ist das auch für Dich etwas Besonderes?

Oerding: Na klar, das ist oftmals das Schönste an den Festivals im Sommer. Man trifft sich mit Freunden, lieben Kollegen, darf selber mal tolle Konzerte von außen beobachten und tauscht sich aus. Gefeiert wird natürlich auch gemeinsam im Backstage. Das ist dann eine große Klassenparty!

WZ: Du spielst durchaus mal kleine Konzerte, aber eben auch vor ganz viel Publikum, so wie jetzt wieder in Wilhelmshaven. Was macht für Dich den Unterschied?

Oerding: Vergleichen kann man die kleinen intimen Clubkonzerte nicht mit großen Open-Airs oder Arenen-Shows. Bei den Kleinen mag ich die Direktheit des Publikums und die Interaktivität zwischen mir und den Zuhörern. Man hört jeden Einwurf und sieht jede Reaktion, daraus können schöne, spontane Abende entstehen. Bei den großen Shows ist es eher die Magie und die Energie der Masse. Das Gefühl, wenn tausende Menschen gemeinsam Spaß haben und einen Song singen ist unvergleichlich.

 

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WZ: Also keine Präferenz?

Oerding: Ich mag beides, bin allerdings als junger Musiker angetreten um vor möglichst vielen Menschen zu spielen. Ich glaube das ist auch der Traum eines jeden extrovertierten Musikers, sonst könnte ich ja auch zu Hause für mich allein auf der Gitarre rumdaddeln. Also müsste ich mich entscheiden, würde ich wohl die großen Konzerte wählen!

WZ: Muss Du Dich als Teil eines Festival - auch als Headliner - bei der Programmzusammenstellung beschränken?

Oerding: Ja, da die Zeiten knapper sind. Jeder hat seine Spielzeit und die ist in der Regel nicht so üppig wie bei einer eigenen Show. Das ist aber auch gut so, wenn es mehrere Acts gibt. So wird das Publikum nicht reizüberflutet und erlebt einfach schöne viele unterschiedliche Künstler, Stile, Facetten und Sounds.

WZ: Daran anknüpfend. Wie lange wird Dein Set sein?

Oerding: 90 Minuten darf ich meinen Käfig verlassen, dann werde ich wieder eingesperrt! Ich versuche aber, auch in dieser Zeit all meine Facetten zu zeigen und natürlich auch die bekannten Songs zu bringen. Ich hoffe, es ist für alle was dabei und keiner vermisst seinen Lieblingssong.

WZ: Wie sieht es mit dem Austausch der Künstler bei einem Festival aus. Trifft man sich auch vorher beziehungsweise hinterher?

Oerding: Auf jeden Fall! Wir kennen uns eh schon alle. Und es ist immer ein großes "Hallo" hinter der Bühne. Mich inspirieren auch immer die Shows anderer Künstler. Man lernt nie aus und kann sich hier und da noch was abgucken.

WZ: Hast Du mit dem einen oder der anderen vom Wilhelmshavener Line-Up schon früher gemeinsame Konzerte gegeben?

Oerding: Mit Gregor Meyle pflege ich eine langjährige Freundschaft. Wir standen sogar schon oft gemeinsam auf der Bühne und haben zusammen gesungen. Ein großartiger Künstler und menschlich 'ne 1plus mit Sternchen. Auch Lotte ist eine gute Freundin, sie hat vor einigen Jahren bei mir als Vorband schon dem Publikum den Kopf verdreht. Ich bin beeindruckt, wie sie ihren Weg geht und ich glaube, da kommen noch einige Knaller-Songs um die Ecke.

WZ: Im Herbst kommt Dein neues Album. Gibt es mit Ausnahme der Vorab-Single schon etwas davon zu hören?

Oerding: Ich denke schon, dass ich weitere Nummer auschecke. Es macht gerade Spaß, hier und da neues Material zu spielen. Das tut mir und der Band auch mal gut - nach zwei Jahren auf Tour mit demselben Material.

WZ: Eine Frage zu Deiner gerade abgelaufenen Fernseh-Aktivität bei „Sing my song“: Ganz platt - wie war's?

Oerding: Eine der schönsten Erfahrungen, die ich auf meiner bisherigen musikalischen Reise machen durfte. So viel tolle Musik ist entstanden, neue Freundschaften wurden geknüpft und viele neue Zuhörer begleiten mich seither auf den Konzerten. Was will man mehr!?

WZ: Letzte Frage: In Wilhelmshaven ist ja auch Gregor Meyle dabei. Ihr habt beide immer einen Hut auf - ein gemeinsames Markenzeichen. Aber Gregor war schon Hutträger des Jahres. Gibt’s da ein kleines bisschen Neid?

Oerding: Lieber Gregor, du kannst gerne den Titel Hutträger des Jahres haben, dafür steht er mir halt besser (lacht)!

 

Besitzer der WZ-Card erhalten die Karten im Vorverkauf in der Geschäftsstelle der "Wilhelmshavener Zeitung", Parkstraße 8, nur noch am Freitag bis 13 Uhr zum Vorzugspreis von 45 Euro.