Wilhelmshaven

25.11.2014


Container-Terminal soll ab 2017 Geld verdienen


Mit einem Frühstück zur Abendbrotzeit erinnert der Club zu Wilhelmshaven an den 23. November 1854. Damals erhielt Preußen Land an der Jade für einen Kriegshafen.


WZ-Foto: Lübbe

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven - Die Logistik ist die drittgrößte Wirtschaftsbranche in Deutschland. Und die Seehäfen - einschließlich des JadeWeserPorts samt Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) - spielen dabei eine wichtige Rolle. Das betonte der Vorstandsvorsitzende der BLG Logistics Group, Frank Dreeke, am Sonntagsabend im „Hotel Kaiser“. Die BLG hält 50 Prozent an CTW-Betreiber Eurogate.

Dreeke, Nachfolger des Wilhelmshaveners Detthold Aden an der BLG-Spitze, sprach als Vertreter der Wirtschaft beim „Opulenten Frühstück“ des Club zu Wilhelmshaven (CzW). Die Traditionsveranstaltung erinnert an die Landabtretung an der Jade von Oldenburg an Preußen am 23. November 1854.

Dreeke geht davon aus, dass mit der „2M“ Reedereien-Kooperation (Maersk und MSC) der Umschlag am CTW in 2015 deutlich anzieht. „Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange.“ Die BLG erwarte, dass spätestens 2017 die Erlöse des Hafens die Höhe der Kosten erreichen. Der Bedarf für den Tiefwasserhafen sei angesichts der zunehmenden Zahl von Riesen-Containerfrachtern unstrittig. Insofern sei es auch richtig, über den Bedarf für eine zweite Ausbaustufe nachzudenken.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), Festredner der Veranstaltung, hatte zuvor bekräftigt, dass er im Frühjahr die Ausbaupläne vorstellen will. Niemand wolle in den nächsten Monaten mit dem Bau beginnen. „Aber es ist klug, heute schon an morgen zu denken“, sagte Lies, der auf die langen Vorlaufzeiten von Infrastrukturprojekten erinnerte.

In der aktuellen Wohlfühl-Stimmung in Deutschland sei es besonders schwer, umstrittene Infrastrukturvorhaben wie etwa den Bau der Y-Eisenbahntrasse auf den Weg zu bringen, ohne die aber der künftige Wohlstand gefährdet sei. Das Land werde das Bahnprojekt in die Hand nehmen und Anfang Dezember den Dialog mit den betroffenen Bürgern beginnen.

Der Norden Deutschlands habe bei der Infrastruktur Nachholbedarf. Darüber will Lies mit seinen Ministerkollegen aus den norddeutschen Bundesländern und aus Nordrhein-Westfalen im Februar in Wilhelmshaven beraten. NRW habe erkannt, so Lies, dass Investitionen in die Häfen der deutschen Wirtschaft insgesamt zugute kämen.

Neben der Entwicklung des JadeWeserPorts stufte Lies für die hiesige Region die Themen Innovation („Aus der Jade Hochschule mit 4000 Studierenden müssen wir mehr hier behalten“) und Fachkräftemangel („Wir brauchen ein regionales Fachkräfte-Bündnis“) als besonders wichtig ein. Der Minister, selbst in Wilhelmshaven geboren, appellierte an die „Frühstücks“-Gäste, den Mut zu haben, darüber zu reden, was in der Region gut läuft. „Das macht uns attraktiv.“