Top-Thema

24.04.2012


Neue Ausbildung an Jade Hochschule


Meeresforschungstechnik für die Entwicklung und den Einsatz von marinen Sensorsystemen war Thema eines Vortrags. Ab Sommersemester 2014 soll es eine neue Ausbildung an der Jade Hochschule geben.


Das Forschungsschiff „Sonne“ in schwerer See. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Seismik. Die Nachfolgerin gleichen Namens soll 2015 in Dienst gehen und wird Wilhelmshaven als Heimathafen haben.     FOTO:    RF Forschungsschiffahrt

Das Forschungsschiff "Sonne" in schwerer See. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Seismik. Die Nachfolgerin gleichen Namens soll 2015 in Dienst gehen und wird Wilhelmshaven als Heimathafen haben. FOTO: RF Forschungsschiffahrt

Von Wolfgang A. Niemann

Wilhelmshaven - Mee­res­­technik und Meeresforschungstechnik für die Entwicklung und den Einsatz von sogenannten marinen Sensorsystemen ist die zentrale Aufgabe des ICBM (Institut für Chemie und Biologie des Meeres) in dessen Standort Wilhelmshaven.

Näheres dazu erfuhren die Zuhörer des Vortrages, den Professor Dr. Oliver Zielinski am Donnerstag auf Einladung der Nordwestdeutschen Universitätsgesellschaft im VHS-Hörsaal hielt.

 

Der Physiker leitet das ICBM, das zur Universität Oldenburg gehört, seit 2011 und stützt sich vor Ort im Jade-Innovations-Zentrum auf sieben der insgesamt 19 Arbeitsgruppen des ICBM. Mit ihnen wird die hochwertige Sensorik für biologische, geologische und chemische Parameter entwickelt. In der Zusammenarbeit mit der Jade-Hochschule kündigte er ab Sommersemester 2014 auch die Ausbildung zu Abschlüssen als Bachelor und Master an.

 

Eingangs erläuterte Zie­linski die Unterschiede zu den klassischen ozeanographischen Messverfahren, die vor allem von Schiffen aus und im Labor stattfinden. Schiffe hätten den Nachteil der langen Vorplanung und der stationären Bindung, seien aber für langfristige Beobachtungen ähnlich vorteilhaft wie Messpfähle. Als moderne Einsatzgeräte mit sehr unterschied­lichen Vorteilen stellte er dagegen zunächst das ROV (remotely operated vehicle) vor, das von einem Schiff aus am Kabel bis zu vier Kilometer tief tauchen kann, wogegen der „Crawler“ auf seinen Rädern am Meeresboden fahren kann.

 

Speziell gehe es in seinem Arbeitsfeld um biogeochemische Sensoren mit hohen Anforderungen, die es zu ent­wickeln gilt. Als Untersuchungsbeispiele nannte er als biologischen Parameter die Entstehung giftiger Algenblüten, während es bei den geologischen Sensoren zum Beispiel um Öl- und Methangasaustritte vom Meeresboden geht mit brisanten Messungen wie denen bei der „Deepwater-Horizon“-Katastrophe im Golf von Mexiko. Bei den chemischen Parametern schließlich gehe es beispielsweise um Fälle wie die aktuellen optischen Nitratmessungen vor den ostfriesischen Inseln.

 

In der Fragerunde nach seinem fesselnden Vortrag ging Zielinski auch auf die Probleme am Banter See ein. Ein Ansatz zur Abhilfe könne hier die Dauermessung wegen der Cyano-Bakterien mittels einer Beobachtungsstation sein. Die entsprechende Messtechnik sei vorhanden, es sei nur eine Frage der Finanzierung.

 

Mehr lesen Sie heute in der „Wilhelmshavener Zeitung“.