Friesland

21.02.2009


Abweichler schmücken Karl-Heinz Funke (SPD) ab


Differenzen in Varel gefährden Kreistagsmehrheit


Varel - Sein SPD-Stadtverband war für den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke stets ein sicherer Hafen. Als er zu Zeiten der Regierung Schröder angesichts der Rinderwahn-Krise von seinem Ministerposten zurücktrat, wandte sich Funke wieder stärker seinen politischen Anfängen, der Kommunalpolitik, zu.

Hier konnte er sich mit der stabilen SPD-Mehrheit im Rat politisch sicher fühlen. Seit 1972 gehört Funke dem Vareler Rat an, seit 1981 war er ununterbrochen Ratsvorsitzender und ehrenamtlicher bzw. stellvertretender Bürgermeister – bis Donnerstag.

 

Mit seiner Abwahl als Ratsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister schmückten ausgerechnet sechs seiner eigenen Parteigenossen einen der prominentesten Politiker der Region ab. Für Funke ist das „menschlich enttäuschend“, sagte er gestern der WZ. „So etwas habe ich in 40 Jahren noch nicht erlebt.“ Gleichwohl sehe er die Entscheidung gegen ihn nicht als schmerzhaft an: „Wenn der Wähler so entschieden hätte, wäre es etwas anderes gewesen.“

 

Die Differenzen in der Vareler SPD begannen laut Funke im Sommer vergangenen Jahres. Damals habe Streit um politische Ämter zu ersten „Verstimmungen“ geführt. Daraufhin herrschte zunehmend Sprachlosigkeit zwischen sechs Mitgliedern auf der einen und den restlichen zwölf auf der anderen Seite. „Sitzungen wurden nicht mehr besucht. Abstimmungen wurden zur Gewissensfrage und wir verloren geheime Abstimmungen im Rat“, so Funke. Im Dezember eskalierte der Streit dann, als die sechs Abweichler aus der Fraktion ausgeschlossen wurden. Parteiintern ist es ein offenes Geheimnis, dass auch Funkes streitbare Art mit zur Eskalation beigetragen haben soll.

 

 

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