Wilhelmshaven

19.01.2009


„Wettbewerb ist kein Allheilmittel“


Das Jahr beginnt für das Gesundheitswesen mit Reformen und großen Herausforderungen. Ein Thema, das auch die Gäste auf dem Ärzteempfang beschäftigte.   Von Stephan Giesers


newsimport

Erwarten ein ereignisreicheres Jahr für das Gesundheitswesen (v.l.): Rolf Eskuchen, Gastredner Prof. Dr. Klaus Dieter Kossow und Jens Wagenknecht vor dem Ärztehaus. FOTO: ALTMANN

Wilhelmshaven - Mit Unsicherheit, Herausforderungen und vielen Fragen beginnt das neue Jahr für Ärzte und Krankenkassen. Darüber konnten Saft und Sekt gestern im Ärztehaus an der Kirchreihe nicht hinwegtäuschen.

 

Ein Thema beherrschte den Neujahrsempfang der Ärztekammer Niedersachsen und kassenärztlichen Vereinigung – Bezirksstelle Wilhelmshaven: die aktuelle Gesundheitsreform und mögliche Folgen für das Gesundheitswesen.

„Es wird eine noch nie da gewesene Neuordnung geben“, sagte Jens Wagenknecht, Vorstandsvorsitzender der Bezirksstelle Wilhelmshaven der Ärztekammer Niedersachsen. Er verwies vor allem auf den Gesundheitsfonds und den von der Politik geforderten Wettbewerb.

 

Dabei dürfe man die Menschen nicht vergessen und müsse die Interessen der Patienten im Auge behalten, mahnte Wagenknecht, der gemeinsam mit Rolf Eskuchen, Sprecher des Bezirksausschusses der kassenärztlichen Vereinigung – Bezirksstelle Wilhelmshaven, zum Empfang geladen hatte. Neben Bürgermeister Fritz Langen waren zahlreiche Ärzte sowie Vertreter der Krankenhäuser und Krankenkassen ins Ärztehaus an der Kirchreihe gekommen.

 

AOK-Regionalleiter Jürgen Thiedemann betonte in seiner Ansprache ebenfalls, dass es im Gesundheitswesen um Menschen und nicht um Produkte gehe. Die Krankenkassen seien praktisch in den Wettbewerb „getreten worden“. Nach Einführung des einheitlichen Beitragssatzes rechne er nun mit einer großen Fusionswelle bei den Krankenkassen.

 

Dass mehr Wettbewerb kein Allheilmittel im Gesundheitswesen sein könne, sagte auch Gastredner Prof. Dr. Klaus Dieter Kossow, Vorsitzender der Ärztekammer-Bezirksstelle Verden und Experte für Gesundheitspolitik.

 

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