Wilhelmshaven

14.07.2008


Stadt verbietet „Klima-Camp“


Protest Zeltlager der Grünen-Jugend in Rüstersiel untersagt


Wilhelmshaven/SG - Nach Angaben des Wilhelmshavener Grünen-Vorsitzenden Peter Sokolowski hat die Stadtverwaltung ein geplantes Klima-Camp verboten, das die Grünen-Jugend Niedersachsen vom 25. bis 27. Juli auf dem Gemeinschaftsplatz Rüstersiel veranstalten wollte.

Man habe mit Unverständnis auf diese Entscheidung reagiert, erklärt Sokolowski, der auch Sprecher der Bürgerinitiative „Zeche Rüstersiel“ gegen Kohlekraftwerke ist.

Mit dem „Klima-Aktionscamp“ wolle man gegen die Pläne protestieren, Wilhelmshaven zum drittgrößten Kohlekraftwerksstandort weltweit zu machen, heißt es auf der Internetseite der Aktion. Laut Sokolowski hätten die Jugendlichen über die Probleme des Klimawandels und der Energiesicherheit sprechen wollen. Angemeldet hatten sich mehrere Jugendorganisationen und Umweltschutzverbände. „Da die Stadt Eigentümer des Geländes ist und bei der Vermietung durch den ,Förderverein Gemeinschaftsplatz‘ ein Vetorecht hat, konnte sie diese Vermietung untersagen“, erklärt der Grünen-Vorsitzende.

Eberhard Menzel bestätigte gestern auf WZ-Anfrage, dass der zuständige Fachbereich die Veranstaltung untersagt habe. Die Nutzungsanfrage sei unter falschen Behauptungen erfolgt – statt eines Jugendzeltlagers habe man offenbar eine politische Protestveranstaltung geplant, so Menzel.

Sokolowski sieht in der Kohlekraftwerkspolitik der Kommune den wahren Grund für das Verbot: „In Wilhelmshaven hat man insbesondere seit einigen Monaten bereits den Eindruck, dass andere Meinungen zum Thema Kraftwerksansiedlungen nur störend sind.“