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Friesland - Mittwoch, 21.10.2009

Apothekerin in Flecktarn am Hindukusch


newsimport

Silke E. ist in Camp Marmal in Afghanistan für die sanitätsdienstliche Versorgung zuständig. Foto: ISAF

Silke E. aus Jever ist Leiterin des Sanitätszugs in „Camp Marmal“ in Afghanistan. Die Apothekerin hat eine Sieben-Tage-Woche. Privatsphäre gibt es im Grunde nicht, aber ein Fitnessstudio.

 

Von Susanna Jungmann



Jever/Mazar-e-Sharif - Die gute Telefonverbindung täuscht über die 5000 Kilometer hinweg. Aus Mazar-e-Sharif, am Fuße des Hindukusch, wünscht die Jeveranerin, Flottenapothekerin Silke E. (der Name musste auf Wunsch der Bundeswehr gekürzt werden) einen „Guten Morgen“.

 

Im nordafghanischen „Camp Marmal“ der ISAF (International Security Assistance Force) ist es 12 Uhr mittags. In Sanitätseinsatzverbänden im Ausland ticken die Uhren anders. „Wir haben sieben Tage in der Woche durchgehend Dienst mit Unterbrechungen jeweils zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens. Allerdings muss meine Erreichbarkeit jederzeit sichergestellt sein“, erklärt die Leiterin des „Sanitätsmaterialzuges Basisversorgungspunkt“. Grenzen setzt das Camp. Es ist gerade mal zwei Quadratkilometer groß.

 

Im Camp Marmal verfügt das deutsche Einsatzlazarett über die medizinischen Einrichtungen und Behandlungsmöglichkeiten eines gut ausgestatteten deutschen Kreiskrankenhauses. Eine bewegliche Sanitätseinheit verlässt das Camp mit geschützten Fahrzeugen. Die Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten schafft der Apothekerin einen engen Kontakt zur Klinik des Sanitätseinsatzverbandes. Hier ergeben sich auch Gespräche mit Soldaten und Soldatinnen der anderen 19 Nationen im Camp, vorwiegend der Nato-Angehörigen unter anderem aus Italien, Norwegen, Kroatien, Ungarn und Griechenland.

 

Neben dem primären Auftrag der sanitätsdienstlichen Versorgung des deutschen Einsatzkontingentes und der deutschen Polizeikräfte in Afghanistan würden auch andere ISAF-Kräfte auf Basis zwischenstaatlicher Übereinkommen mitversorgt, erklärt die Apothekerin. „Im Rahmen freier Kapazitäten helfen wir sanitätsdienstlich aber auch Einheimischen“, setzt sie Prioritäten.

 

Die Frage nach privatem Ausgang außerhalb des Camps beantwortet Silke E. mit einem klaren Nein: „Der Leitende Apotheker klappert dienstlich hin und wieder Termez in Usbekistan und die Standorte Kabul, Kundus und Feyzabad ab.“

 

Bei mehr als viermonatiger Einsatzdauer unter extremen klimatischen Bedingungen erfordert der Einsatz psychisch und physisch volle Belastbarkeit, verbunden mit einem hohen Maß an Selbstdisziplin. Im gesamten Camp ist Alkohol streng restriktiert, es gilt die „Zwei-Dosen-Regelung“ pro Abend und Soldat, die sich auf die Zeit von 20 bis 22 Uhr erstreckt.

 

 

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