Donnerstag, 09.09.2010
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Wilhelmshaven - Mittwoch, 10.03.2010

Nordseefahrer nach Tahiti


Auf Forschungsreise im Paradies: Das Senckenberg-Team mit (von links) den Doktorandinnen Ulrike und Sabine Schückel, Dr. Maria Miljutina, Doktorandin Annika Tiltack und Prof. Dr. Pedro Martinez. WZ-FOTO: KNOTHE

Von einer solchen Dienstreise können andere nur träumen: Mit dem Forschungsschiff „Sonne“ von Tahiti aus im Pazifik unterwegs, nach fünf Wochen Ankunft in Mexico.



Von Ulrich Müller-Heinck

 

Wilhelmshaven - „Eigentlich sind wir ja Nordseefahrer“, sagt Ulrike Schückel über sich und ihre Zwillingsschwester Sabine Schückel. Die beiden  Biologinnen haben sich auf den Forschungsschiffen „Senckenberg“  und „Walther Herwig III“ ihre Seebeine geholt, teilweise  bei recht rauem und ungemütlichem Wetter.

 

Da zögerten die  Sanderinnen, die derzeit im Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven  ihre Doktorarbeiten voranbringen, nicht lange, als  sie von der Leiterin des Fachbereichs Meeresbiologie, Priv.doz. Dr. Ingrid Kröncke, gefragt wurden, ob sie nicht Interesse an einer  ganz anderen Schiffsreise hätten:  Mit dem Bundesforschungsschiff „Sonne“ zu Tiefsee-Manganknollenfeldern im Pazifischen Ozean, Start in Papeete auf Tahiti, nach fünf Wochen Ankunft in Manzanillo, Mexico.  Dritte im Bunde ist die weitere Doktorandin Annika Tiltack aus Oldenburg. Die Frauenpower, die „Senckenberg am Meer“ an Bord der „Sonne“ entsendet, wird komplettiert durch Dr. Maria Miljutina.

 

Hinzu kommt Prof. Dr. Pedro Martinez, Leiter des  Deutschen Zentrums für  Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) am Senckenberg-Institut, der   die  Reise „an Land gezogen“ hat. Denn ursprünglich  wurde die Fahrt  durch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe insbesondere für Geologen geplant, die die Manganknollenfelder   zwischen Mexiko, Hawaii und dem Äquatorgürtel im sogenannten deutschen Claim auf potenzielle Nutzung untersuchen sollen.  Das Thema Biodiversität wurde dann  jedoch mit ins Programm genommen.

 

„Die Vermutung ist, dass   sich der Lebensraum in den Manganknollenfeldern von dem in anderen Bereichen unterscheidet“, sagt Sabine Schückel.  Sie wird die Mägen von Fischen untersuchen, um deren  Nahrungszusammensetzung zu studieren. Ob es eine auf Manganfelder abgestimmte Fauna von Kleinstlebewesen gibt, wird Annika Tiltack anhand von entsprechenden Proben zu ergründen versuchen.

 

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