Wilhelmshaven - Mittwoch, 10.03.2010
Nordseefahrer nach Tahiti
![]() Auf Forschungsreise im Paradies: Das Senckenberg-Team mit (von links) den Doktorandinnen Ulrike und Sabine Schückel, Dr. Maria Miljutina, Doktorandin Annika Tiltack und Prof. Dr. Pedro Martinez. WZ-FOTO: KNOTHE |
Von einer solchen Dienstreise können andere nur träumen: Mit dem Forschungsschiff „Sonne“ von Tahiti aus im Pazifik unterwegs, nach fünf Wochen Ankunft in Mexico.
Von Ulrich Müller-Heinck
Wilhelmshaven - „Eigentlich sind wir ja Nordseefahrer“, sagt Ulrike Schückel über sich und ihre Zwillingsschwester Sabine Schückel. Die beiden Biologinnen haben sich auf den Forschungsschiffen „Senckenberg“ und „Walther Herwig III“ ihre Seebeine geholt, teilweise bei recht rauem und ungemütlichem Wetter.
Da zögerten die Sanderinnen, die derzeit im Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven ihre Doktorarbeiten voranbringen, nicht lange, als sie von der Leiterin des Fachbereichs Meeresbiologie, Priv.doz. Dr. Ingrid Kröncke, gefragt wurden, ob sie nicht Interesse an einer ganz anderen Schiffsreise hätten: Mit dem Bundesforschungsschiff „Sonne“ zu Tiefsee-Manganknollenfeldern im Pazifischen Ozean, Start in Papeete auf Tahiti, nach fünf Wochen Ankunft in Manzanillo, Mexico. Dritte im Bunde ist die weitere Doktorandin Annika Tiltack aus Oldenburg. Die Frauenpower, die „Senckenberg am Meer“ an Bord der „Sonne“ entsendet, wird komplettiert durch Dr. Maria Miljutina.
Hinzu kommt Prof. Dr. Pedro Martinez, Leiter des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) am Senckenberg-Institut, der die Reise „an Land gezogen“ hat. Denn ursprünglich wurde die Fahrt durch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe insbesondere für Geologen geplant, die die Manganknollenfelder zwischen Mexiko, Hawaii und dem Äquatorgürtel im sogenannten deutschen Claim auf potenzielle Nutzung untersuchen sollen. Das Thema Biodiversität wurde dann jedoch mit ins Programm genommen.
„Die Vermutung ist, dass sich der Lebensraum in den Manganknollenfeldern von dem in anderen Bereichen unterscheidet“, sagt Sabine Schückel. Sie wird die Mägen von Fischen untersuchen, um deren Nahrungszusammensetzung zu studieren. Ob es eine auf Manganfelder abgestimmte Fauna von Kleinstlebewesen gibt, wird Annika Tiltack anhand von entsprechenden Proben zu ergründen versuchen.
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