Sport

07.11.2019


Wo nur Medaillen zählten


Die DDR definierte sich auch über den Sport. Deshalb wurde schon früh leistungsorientiert trainiert - mit entsprechender Erwartungshaltung. Jörg Rademacher begann dort seine Handball-Karriere.


Sport zog die Massen in der DDR an. So auch die Sportschau des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) im Jahr 1971  in der Dynamo-Sporthalle im Sportforum Hohenschönhausen. Dort wurde auch Jörg Rademacher ausgebildet.   Foto:     ddrbildarchiv.de

Sport zog die Massen in der DDR an. So auch die Sportschau des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) im Jahr 1971 in der Dynamo-Sporthalle im Sportforum Hohenschönhausen. Dort wurde auch Jörg Rademacher ausgebildet. Foto: ddrbildarchiv.de

 

Von Dennis Sandhorst
Wilhelmshaven - Als erfolgreicher Sportler lebte es sich vergleichsweise gut in der damaligen DDR. Reisefreiheit in den Westen bei Wettkämpfen, optimale Trainingsbedingungen und ein hohes Leistungsniveau - all das kennt der gebürtige Brandenburger Jörg Rademacher ganz genau.

Der heute 52-Jährige ist vor allem Handballern in der Region bestens bekannt. Für die SG VTB/Altjührden und den Wilhelmshavener HV spielte er in der 2. Liga, nach seinem verletzungsbedingten Karriereende betreute er die Jadestädter als Co-Trainer in der Bundesliga. Außerdem coachte er die HSG Wilhelmshaven in der Oberliga und die HSG Varel in der 3. Liga.

Das Handballspielen erlernte Rademacher allerdings in seiner Heimat - der DDR. Bereits als Jugendlicher lernte er die intensive Leistungsförderung kennen. „In der achten Klasse hatte ich meinen ersten Lehrgang an der Sportschule in Hohenschönhausen in Berlin. Dort gab es - neben Magdeburg, Leipzig, Rostock und Frankfurt an der Oder - eines von fünf Handballzentren“, erinnert sich Rademacher. Zu diesem Zeitpunkt kamen noch 100 junge Handballer zusammen - alle mit dem gleichen Ziel: einen von zwölf Plätzen in Hohenschönhausen ergattern.

In mehreren Lehrgängen wurde knallhart aussortiert bis nur noch die leistungsstärksten Handballer übrig blieben. In seinem Jahrgang zählte Jörg Rademacher zu den Besten und schaffte den Sprung an die Sporthochschule. „Ich bin dann nach Berlin gegangen, habe in der Sporthochschule mein Zimmer bezogen und von dort an zählte täglich fast nur der Sport“, sagt Rademacher. „Wir haben zwei Stunden trainiert, sind zwei Stunden zur Schule gegangen und haben dann wieder zwei Stunden trainiert.“

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" vom Donnerstag, 7. November 2019.