Wilhelmshaven

15.10.2019


Welche Wunden der Bombenkrieg in der Stadt riss


Nur Trümmer und Ruinen blieben nach dem Feuersturm vom 15. Oktober 1944 vom gründerzeitlichen Wilhelmshaven übrig. 56 Menschen starben.


Heppens erlitt am 15. Oktober 1944 schwerste Schäden -  das undatierte Foto zeigt den Bismarckplatz von der Knorrstraße aus  in nordöstliche Blickrichtung. Die Häuser an der Bismarckstraße sind zerstört oder nur mehr abbruchreife Ruinen, ganz links ist noch der Sockel des alten Bismarckdenkmals zu sehen, rechts im Hintergrund der Textilhof. Das Haus mit der weggesprengten Fassade markiert den Eingang zur Müllerstraße.    Foto:    WZ-Bilddienst

Heppens erlitt am 15. Oktober 1944 schwerste Schäden - das undatierte Foto zeigt den Bismarckplatz von der Knorrstraße aus in nordöstliche Blickrichtung. Die Häuser an der Bismarckstraße sind zerstört oder nur mehr abbruchreife Ruinen, ganz links ist noch der Sockel des alten Bismarckdenkmals zu sehen, rechts im Hintergrund der Textilhof. Das Haus mit der weggesprengten Fassade markiert den Eingang zur Müllerstraße. Foto: WZ-Bilddienst

 

Von Hartmut Siefken

Wilhelmshaven - Die Geister, die Hitler und die Deutsche Wehrmacht riefen, suchten Deutschland schnell heim. Am frühen Morgen des 1. September 1939 wurde beim ersten deutschen Luftangriff die militärisch unbedeutende polnische Kleinstadt Wielun größtenteils zerstört, und schätzungsweise bis zu 1200 Menschen wurden getötet.

Nur drei Tage später war Wilhelmshaven das erste Ziel eines Luftangriffs auf Deutschland durch die britische Luftwaffe. Richtete dieser Angriff noch verhältnismäßig geringe Schäden an, war Wilhelmshaven am Ende des Krieges weithin ein Trümmerfeld.

Waren in der Jadestadt rund zwei Drittel der Bausubstanz zerstört worden, beklagten andere Städte noch deutlich schlimmere Verwüstungen, wie Bremen mit insgesamt 75 Prozent (im Altstadtbereich 95 Prozent), Emden mit 80 Prozent, Essen mit 90 Prozent oder Würzburg mit 82 Prozent Zerstörung, um nur einige Beispiele zu nennen.

Höhepunkt des Infernos war in Wilhelmshaven der 15. Oktober 1944. Gegen 19 Uhr wurde zum vierten Mal an diesem Tag Luftalarm gegeben. Um 19.33 brach die Hölle los. Nach dem halbstündigen Bombardement der 257 Halifax-, 241 Lancaster- und acht Mosquito-Bombern der Royal Air Force war Alt-Wilhelmshaven endgültig nicht mehr wiederzuerkennen. 3900 Spreng- und 27.000 Brandbomben entfachten 455 große und mittlere Brände. 931 Gebäude wurden zerstört, 345 Gebäude schwer und 2832 leicht beschädigt. Fast 20.000 Wilhelmshavener wurden in dieser Nacht obdachlos, so der Historiker Rolf Uphoff in seinem Buch „Als der Tag zur Nacht wurde - und die Nacht zum Tage“.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der „Wilhelmshavener Zeitung“ von Dienstag, 15. Oktober 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.