Wilhelmshaven

15.10.2019


Besatzung der "Mir" freut sich über Verlängerung


Viele russische Kadetten prägen aktuell das Bild in der Innenstadt. Das wird noch einige Tage andauern, denn ihr Schiff, die "Mir", bleibt noch eine Woche länger am Bontekai liegen. Warum das so ist:


Die Liegezeit in Wilhelmshaven wird dazu genutzt, die „Mir“ auf die anstehende Winterzeit vorzubereiten. Erste Segel werden bereits eingelagert. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

Die Liegezeit in Wilhelmshaven wird dazu genutzt, die "Mir" auf die anstehende Winterzeit vorzubereiten. Erste Segel werden bereits eingelagert. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Lutz Rector

Wilhelmshaven - Eigentlich war das russische Segelschulschiff „Mir“ („Frieden“) auf dem Weg ins französische Sète. Doch heftiger Sturm und schwere See ließen das geplante Ziel im wahrsten Sinne in weite Ferne rücken.

Eine Alternative wurde gesucht - und am 7. Oktober in Wilhelmshaven gefunden. Neun Tage Liegezeit waren geplant, inzwischen ist das Auslaufen nochmals um eine Woche verschoben worden. Viel Freizeit für die gut 120 Kadetten der Handelsmarine, zum Teil auch für die Stammbesatzung. Trotzdem: Zu tun gibt es fast immer etwas.

An Bord ist auch Ulrich Glantz aus Hoisdorf bei Hamburg, der sich schon seit Jahrzehnten als Agent um die „Mir“ und die Belange der Besatzung kümmert, wenn das Schiff in Deutschland unterwegs ist. „Das sind so drei bis vier Monate im Jahr“, erzählt er. Wilhelmshaven werde als Partnerstadt häufiger besucht. „Meist so rund um den 1. Mai. Das ist eine gute Woche vor dem Hamburger Hafengeburtstag, das passt terminlich sehr gut.“ Üblicherweise bietet die „Mir“ dann eine Ausfahrt mit zahlenden Gästen an, eine wichtige Einnahmequelle für den Windjammer.

Auch in diesem Jahr war das Segelschulschiff, das mit einer Länge von 107 Metern (einschließlich Bugspriet) zu den größten und zu den schnellsten der Welt gehört, zum besagten Termin in Wilhelmshaven. „2020 haben wir ebenfalls schon in der Planung, aber es müssen noch letzte Absprachen getroffen werden“, erzählt Glantz.

Der jetzige Aufenthalt ist unplanmäßig. Eine Ausfahrt gibt es nicht, Schiffsbesichtigungen hingegen sind in der Regel täglich möglich. Bei drei Euro Eintritt (Kinder frei) eine weitere Einnahmequelle. Dass sich die Verantwortlichen der „Mir“ für Wilhelmshaven als Zwischenstation entschieden haben, ist kein Zufall, weiß Glantz. Das habe nicht nur mit der Partnerschaft zu tun. „Die Besatzung kommt gerne hierher. An Land ist es für die Leute sehr viel billiger als etwa in Norwegen.“ Das dortige Larvik sei möglicher Alternativort gewesen, doch man habe sich lieber für die Jadestadt entschieden. „Das Schiff liegt hier im Hafen sehr geschützt. Es war vor einigen Tagen sehr stürmisch, das hat man an Bord aber kaum gemerkt. In anderen Städten sind die Liegeplätze viel offener.“

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der „Wilhelmshavener Zeitung“ von Dienstag, 15. Oktober 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.