Wilhelmshaven

11.09.2019


Warum die Akademisierung kein Allheilmittel ist


Der Nachwuchsmangel ist eklatant, auch am Klinikum fehlen Hebammen. Um etwas dagegen zu tun, müsse sich aber mehr ändern, als nur die Ausbildung.


Chefärztin Prof. Dr. Susanne Grüßner (v.l.), die leitende Hebamme Katja Bauer und Beleghebamme Ute Witfer sehen Chancen in der Akademisierung.    WZ-Foto:     Lübbe

Chefärztin Prof. Dr. Susanne Grüßner (v.l.), die leitende Hebamme Katja Bauer und Beleghebamme Ute Witfer sehen Chancen in der Akademisierung. WZ-Foto: Lübbe

 

Von Meike Hinze

WIlhelmshaven - Die Geburtenzahlen sind so hoch wie seit 35 Jahren nicht mehr. Die Räumlichkeiten sind hergerichtet, die Klinik als Perinatalzentrum Level II zertifiziert, das Team gut zusammengewachsen - und doch: das Klinikum Wilhelmshaven hat zwei vakante Hebammenstellen, die bisher nicht besetzt werden konnten.

„Es fehlt in diesem Bereich an Fachkräften“, sagt die leitende Hebamme Katja Bauer.

Ein Wilhelmshavener Problem ist das nicht. Bundesweit fehlen Hebammen, es mangelt vor allem am Nachwuchs. Während die beiden vakanten Stellen am Klinikum keine Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben, sieht es in anderen Krankenhäusern ganz anders aus. Erst Ende des Jahres musste etwa in Wittmund der Kreißsaal geschlossen werden. Um den Beruf wieder attraktiver zu machen, wird die Ausbildung nun nach und nach umgestellt: Statt wie bisher drei Jahre lang an Fachschulen zu lernen, absolvieren die angehenden Geburtshelfer künftig ein akademisches Studium. Sechs Semester dauert die Ausbildung, Abschluss ist der Bachelor of Science.

Wie berichtet, wird die Ausbildung auch in Niedersachsen bis 2020 in diesem Bereich vollständig akademisiert. Damit wird eine Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt, in anderen Ländern ist das bereits der Fall. Das Studium wird künftig in Osnabrück, Hannover, Göttingen und Hildesheim sowie in Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Universität und der Jade Hochschule angeboten. Der Start ist für das Wintersemester 2020/21 geplant. In Wilhelmshaven hatte es auch seitens des Klinikums Bemühungen gegeben, den Studiengang am Standort in der Jadestadt anzusiedeln, um so Studierende und Absolventen fürs Klinikum zu gewinnen. Vergebens: Die Ausbildung geht nach Oldenburg.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Mittwoch, 11. September 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.