Wilhelmshaven

16.08.2019


Christian Wulff zeigt sich als ein Mann mit Haltung und Meinung


Der frühere CDU-Politiker hielt die "Kanzelrede" in der Banter Kirche. Der Ex-Bundespräsident sorgt sich um den Zusammenhalt der Gesellschaft. Er sieht die Aufnahme von Flüchtlingen als Erfolgsgeschichte.


Der ehemalige  Bundespräsident Christian Wulff (li.) wurde von Bruder Franziskus (Mi.) und Kreispfarrer Christian Scheuer vor der Banter Kirche begrüßt.       WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff (li.) wurde von Bruder Franziskus (Mi.) und Kreispfarrer Christian Scheuer vor der Banter Kirche begrüßt. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven - „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“: Der Mann, der am Mittwochabend auf der „Politikerkanzel“ in der Banter Kirche steht, hat den Wahrheitsgehalt dieses Bibelwortes gründlich erfahren.

Christian Wulff war ganz oben: Niedersächsischer Ministerpräsident und ab 2010 Bundespräsident. Dann kam der Absturz: die sogenannte Wulff-Affäre, Rücktritt nach 598 Tagen im höchsten Staatsamt, ein Gerichtsverfahren, das 2014 mit Freispruch endete. Daran erinnert Kreispfarrer Christian Scheuer, der den Kanzelredner dieser Folge der Andachtsreihe einführt.

Was ihn bewogen hat, die Einladung nach Bant anzunehmen? Wilhelmshaven sei eine interessante Stadt, sagt der ehemalige CDU-Politiker, der heute als Anwalt in Hamburg tätig ist. Aber auch das vorgegebene Thema interessiert ihn. „Was mich treibt“: Diese Frage sollte sich jeder von Zeit zu Zeit stellen. Wulff lässt erkennen, dass ihm die Entwicklung dieser Gesellschaft und der Demokratie Sorge bereitet. Das 21. Jahrhundert sei ein Zeitalter der extremen Veränderung, der extrem schnellen Veränderung. Das Internet erschüttere weltweit Gesellschaften und befördere die Auflösung menschlicher Gemeinschaft. Algorithmen gewinnen Macht über Menschen. Das Geschäft mit der Angst blüht.

Auch in Deutschland sei die Stimmung schlecht, stellt der frühere Bundespräsident fest. Dabei sei die Lage gut, aus Sicht von Menschen aus anderen Ländern der Erde sogar beneidenswert: Noch nie hätten die Menschen in diesem Land so frei, so gesund, so gebildet, so sicher gelebt. Wie im Fußball müsste es auch für die Gesellschaft einen Video-Beweis geben, um die öffentliche Diskussion an der Realität zu messen. Die sozialen Medien verstärken die Gefahr, dass die Ränder die Mitte der Gesellschaft verändern, dass Hass die Gesellschaft zerfrisst.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Freitag, 16. August 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.