Wilhelmshaven

17.07.2019


Anfangs sah es wie ein einfacher Unfall aus


Obwohl dieser Unfall bereits Montag vor einer Woche passiert ist, stand nichts in der Zeitung. Warum war dies so? Die Polizei ist um Aufklärung bemüht.


WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Lutz Rector

Wilhelmshaven - Ein privater Pkw wird von einer zivilen Funkstreife der Polizei gerammt und um 180 Grad gedreht. Die 28-jährige Beifahrerin des Pkw wird dabei leicht verletzt, am Auto entstand, wie sich später heraus stellt, wirtschaftlicher Totalschaden.

Dieser Unfall liegt bereits einige Tage zurück, ist aber erst jetzt öffentlich geworden.

Alles passierte am 8. Juli kurz nach 19 Uhr. Zwei Funkstreifenwagen fahren mit Blaulicht und Martinshorn vom Gelände der Polizei auf die Viktoriastraße. Aus einem Hinterhof möchte ein 32-jähriger Mann mit seinem VW Passat ebenfalls auf die Viktoriastraße einbiegen. Nachdem er die beiden Einsatzfahrzeuge der Polizei passieren lassen hat, setzt er sein Vorhaben in die Tat um. Doch es kommt noch ein drittes Polizeifahrzeug - dieses Mal ein ziviles, ebenfalls mit Blaulicht. Das hat der VW-Fahrer laut Polizeiangaben vermutlich übersehen.

Trotz Vollbremsung des Polizisten, der mit seinem Fahrzeug wegen des Einsatzes schneller unterwegs ist, als es für den üblichen Verkehr dort erlaubt ist (30 km/h), kann er den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Die Beifahrerin erleidet leichte Verletzungen, der Passat muss abgeschleppt und die Unfallstelle zeitweise gesperrt werden.

Obwohl dieser Unfall bereits Montag vor einer Woche passiert ist, habe er nichts davon in den Medien gefunden, ließ ein WZ-Leser die Redaktion wissen. Eine Nachfrage bei der Polizeiinspektion (PI) Wilhelmshaven-Friesland sorgt nun für Aufklärung.

Unfälle, an denen die Polizei selbst beteiligt sei, würden immer von anderen Dienststellen aufgenommen, erläutert Andrea Papenroth, Pressesprecherin der PI. Damit werde die ohnehin stets geltende Objektivitätspflicht der Polizei nachhaltig unterstrichen. Nichtsdestotrotz hätte der Unfall an die Medien gemeldet werden müssen, räumt Papenroth ein. Er sei aber wohl irrtümlich unter den „normalen“ Auffahrunfällen subsummiert worden. Und die würden häufig nicht öffentlich gemacht.

Bei der jetzigen Nachfrage aber habe sich herausgestellt, dass es sich doch um einen folgenschwereren Unfall gehandelt habe. Neben den erheblichen Sachschäden bei den Unfallfahrzeugen gehe es wegen der Verletzung der Beifahrerin auch um den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung. Dazu würden alle Unfallbeteiligten noch einmal angehört werden - eventuell nur schriftlich in Form eines Zeugenanhörungsbogens.