Wilhelmshaven

22.06.2019


Wilhelmshaven - Gehen oder bleiben?


In Wilhelmshaven kann man schnell den Eindruck bekommen, dass es nur zwei Sichtweisen auf die Stadt gibt: Entweder man liebt sie, oder man hasst sie. Ein Facebook-Aufruf der WZ machte schnell klar, dass es noch viele andere Facetten gibt.


Marcel Hansen wird Wilhelmshaven verlassen. In zwei Monaten zieht er nach Frankfurt. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Kristin Hilbinger und Meike Hinze
Wilhelmshaven - Einen Spruch kann man in Wilhelmshaven immer wieder hören: „Hier weint man zweimal. Einmal, wenn man kommt und einmal, wenn man wieder geht.“ Denn die Jadestadt ist auf den ersten Blick nicht leicht zu händeln, auf den zweiten Blick aber durchaus liebenswert.


Wir haben Menschen gesucht, die Wilhelmshaven auf keinen Fall verlassen wollen oder aber solche, die die Stadt  verlassen haben, später aber unbedingt zurückkommen möchten. Gesucht haben wir auch nach denen, die  auf jeden Fall weg wollen oder schon längst weg sind und an eine  Rückkehr nicht im Traum denken.
Gefunden haben wir noch viel mehr. Innerhalb kürzester Zeit erreichten unsere Redaktion zahlreiche E-Mails, in denen uns Menschen tolle Geschichten erzählten. Unter dem Facebook-Aufruf standen nach wenigen Stunden mehr als 100 Kommentare. Vier Menschen und ihre Geschichte stellen wir heute  vor. Auszüge aus weiteren Reaktionen finden Sie in den Kästen auf dieser Seite.  In einer Video-Umfrage haben wir junge Leute nach ihrer Sicht auf die Stadt gefragt.



Der Neustarter

In zwei Monaten heißt es für Marcel Hansen: Koffer packen. Denn am 1. September beginnt der 23-jährige Wilhelmshavener eine Ausbildung. Und zwar in Frankfurt. Weit weg von Wilhelmshaven. „Für mich ist das ein wichtiger Schritt in meinem Leben“, sagt der junge Mann.
Denn er erfüllt sich damit einen Traum, den viele kleine Jungen träumen: er wird Lokführer. „Als Kind wollte ich allerdings lieber Feuerwehrmann werden“, erzählt er. Seine Leidenschaft für die Bahn habe sich erst in den vergangenen Jahren entwickelt.
Vor zwei Jahren hat Marcel Hansen seinen erweiterten Realschulabschluss gemacht. Anschließend wusste er nicht so recht, in welche Richtung es beruflich für ihn gehen soll. „Ich habe dann erstmal angefangen, bei McDonalds zu arbeiten, um Geld zu verdienen und etwas zu tun zu haben“, erzählt er. In seiner Freizeit war er viel mit dem Zug unterwegs. „Da habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das macht“, sagt er. Als er mit einem ICE 3 unterwegs war und der Zug mit mehr als 300 km/h an einem Autobahnstau vorbeirauschte, dachte er: „Das will ich machen. Ich will Lokführer werden.“
Ein Jahr lang hat er sich daraufhin bei der Deutschen Bahn beworben. Mit einer Ausbildung zum Lokführer im Fernverkehr hat es nicht geklappt. Dafür aber im Regionalverkehr. Und damit fängt Marcel Hansen im September nun in Frankfurt an.
Der junge Mann ist mit acht Jahren nach Wilhelmshaven gezogen und ist niemand, der alles in der Stadt nur schlecht findet und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich hier zu verschwinden. „Wir haben den Südstrand vor der Tür, es gibt tolle Großveranstaltungen, wir haben eine Fachhochschule und den JadeWeserPort“, nennt er die Dinge, die er als positiv empfindet.


Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Samstag, 22. Juni 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.