Wilhelmshaven

13.05.2019


Viel Enttäuschung nach der Wahl


Viele Kandidaten schnitten weit schlechter ab als sie selbst erwartet hatten. Michael von den Berg kündigt einen Rückzug an.


Der CDU-Kandidat Ralf Seßelberg (li.) zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Hans-Werner Kammer im „Laarnis“. WZ-Foto: Altmann

Der CDU-Kandidat Ralf Seßelberg (li.) zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Hans-Werner Kammer im "Laarnis". WZ-Foto: Altmann

 

Von Maik Michalski und Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven - Der erste Wahlgang der OB-Wahl ist gelaufen. 63 848 Wahlberechtigte hätten wählen können, 30.499 Wähler haben dies getan (47,77 Prozent), 1186 Stimmzettel waren ungültig.

Die WZ-Redaktion befragte am Abend die Kandidaten zum Wahlausgang. Nur drei von 15 Kandidaten haben ein Ergebnis oberhalb von zehn Prozent erreicht. Einer von ihnen war Michael von den Berg (3069 Stimmen, 10,47 Prozent), der damit auf Platz drei kam. Gleichwohl war der Ratsherr, der auch schon 2011 für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert hatte, tief enttäuscht. Gemessen an den Ergebnissen der Grünen im Land, habe er seiner Partei schweren Schaden zugefügt, sagte der Ratsherr und kündigte an, dass er zwar sein Ratsmandat bis zum Ende der Wahlperiode beibehalten, seine Ämter als Grünen-Fraktionsvorsitzender und Sprecher der Gruppe Grün-Umwelt-Sozial zur Verfügung stellen werde. Die Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie ihm keine führenden Ämter anvertrauen wollten. Er selbst werde auch keine Empfehlung für die Stichwahl geben, darüber habe aber die Mitgliederversammlung am morgigen Dienstag zu befinden.

Auch CDU-Kandidat Ralf Seßelberg (2391 Stimmen, 8,16 Prozent, Platz vier) hatte ein besseres Ergebnis erwartet. Er will aber mit der CDU Wilhelmshaven überlegen, ob es für ihn Optionen für ein weiteres Engagement in der Stadt gibt. Eine Empfehlung für die Stichwahl werde er nicht geben. Beiden Erstplatzierten könne er nur gratulieren.

Den fünften Platz schaffte Stefan Becker. Der Ratsvorsitzende (2231 Stimmen, 7,61 Prozent, Platz fünf) blieb „im Bereich des WBV-Ergebnisses bei der Kommunalwahl“. Becker hatte nach eigenen Angaben mit mehr Stimmen gerechnet. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, gratuliere aber den beiden starken Kandidaten Dr. Niels Weller und Carsten Feist. Wir werden keine Wahlempfehlung abgeben.“

Er und sein Team hätten einen tollen Wahlkampf geführt, so das Resümee von UWG-Kandidat Frank Uwe Walpurgis (1292 Stimmen, 4,41 Prozent, Platz sechs). Dass es nicht für die Stichwahl reichte, führte er auf die öffentliche Meinung zurück. Auch hätten ihm andere Kandidaten, die später ins Rennen einstiegen, Stimmen gekostet. Im Übrigen habe es Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben. Tatsächlich bestätigte Julia Muth, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage, dass Wähler andere Wahllokale als die zunächst auf der Wahlbenachrichtigung angegebenen aufsuchen mussten. Sie hätten aber eine zweite Benachrichtigung mit der richtigen Adresse bekommen.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Montag, 13. Mai 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.