Wilhelmshaven

15.03.2019


Alltagshelden werden an einem Tatort prämiert


Sie haben aufmerksam hingesehen und entschlossen gehandelt: Fünf Personen zeigten 2018 echte Zivilcourage und wurden genau dafür ausgezeichnet.


Polizeidirektor Jörn Kreikebaum, die Alltagshelden Marc Böltau, Antje Lüddemann, Sharleen Gerdes und Torben Ostermann  (vorne v. li.) sowie (hinten v. li.) Frank Moritz, Johann Kühme, Holger Barkowsky, Rolf Brandstrup (Bürgerstiftung der Sparkasse/Sponsor), Bürgermeister Uwe Reese und OB Andreas Wagner.  WZ-Foto:    Rector

Polizeidirektor Jörn Kreikebaum, die Alltagshelden Marc Böltau, Antje Lüddemann, Sharleen Gerdes und Torben Ostermann (vorne v. li.) sowie (hinten v. li.) Frank Moritz, Johann Kühme, Holger Barkowsky, Rolf Brandstrup (Bürgerstiftung der Sparkasse/Sponsor), Bürgermeister Uwe Reese und OB Andreas Wagner. WZ-Foto: Rector

 

Von Lutz Rector
Wilhelmshaven - Es braucht keine Superhelden, um etwas Gutes zu tun - und ehrlicherweise gibt es die auch gar nicht. Dafür aber gibt es Helden des Alltags - Menschen, die sich für andere einsetzen, die helfen und unterstützen, kurz: die Zivilcourage zeigen.

Fünf solcher Menschen wurden gestern beim 7. Tag der Zivilcourage, ein Gemeinschaftsprojekt des Vereins zur Förderung der kommunalen Prävention (VKP) und der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland, für ihren engagierten Einsatz im Gemeindehaus Bant ausgezeichnet. Für die musikalische Begleitung sorgten wieder die „Hafenrocker“.

Der 19-jährige Marc Böltau wurde im Januar 2018 Zeuge eines Verkehrsunfalls mit anschließender Unfallflucht. Er verfolgte die Verursacherin, holte sie zum Unfallort zurück, wo sie sich abermals aus dem Staub machte und half im Nachgang der Polizei, die Frau zu ermitteln. Das Lob der Ermittler war ihm sicher, denn „Verkehrsunfallflucht ist keine Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, wie Pastor Frank Moritz erklärte.

Auch drei gewerbsmäßige Ladendiebe konnten dank eines aufmerksamen Zeugen dingfest gemacht werden. Das Trio war im März 2018 über den mit Stacheldraht gesicherten Zaun eines Verbrauchermarktes gestiegen. Torben Ostermann hatte das beobachtet und umgehend die Polizei angerufen. Die Telefonverbindung wurde dauerhaft aufrecht erhalten, so dass der Zeuge detailliert seine Beobachtungen schildern konnte. Zwar war das Trio vor dem Eintreffen der Polizei wieder weg, doch die sich anschließenden Ermittlungen führten zum Erfolg.

Erst 14 Jahre jung war Lia Schmidt, als sie im vergangenen Sommer den Schwelbrand in einem Baum am Banter See entdeckte. Während andere Anwesende die Feuerwehr alarmierten, versuchte Lia mit Freunden, den Brand selbst zu löschen. Das gelang zwar nicht, doch es konnte Schlimmeres verhindert werden. „Die Jugendlichen haben toll reagiert“, lobte damals die Polizei. „Der Chillmodus war sofort ausgeschaltet und die Jugendlichen schritten zur Tat!“

Empathie und Handlungsschnelle bewies auch Antje Lüddemann, als sie im November 2018 einen offensichtlich verwirrten und viel zu dünn gekleideten Mann in der Börsenstraße entdeckte. Sie ging auf diesen zu, sprach ihn in Ruhe an und brachte ihn zur Polizei. Dort stellte sich heraus, dass der 79-jährige demenziell Erkrankte im Seniorenheim wohnt und den Weg zurück nicht fand.

Donnerstag war das Gemeindehaus Schauplatz der Auszeichnungen. Am 15. Oktober 2018 war es ein Tatort. Zwei Männer waren seinerzeit dort eingestiegen. Aber nicht unbemerkt, denn Sharleen Gerdes war das verdächtige Duo aufgefallen. Auf Basis ihrer genauen Beschreibungen konnten die zwei Einbrecher noch in unmittelbarer Nähe des Tatortes aufgegriffen werden.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Freitag, 15. März 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.