Wilhelmshaven

16.02.2019


Eine für alle


Sabine Tappehorn-Deibert aus Hohenkirchen arbeitet alleine in der Gemeinde. Sie bietet neben Vor- und Nachsorge auch Hausgeburten an. Für sie ist der Beruf eine Berufung - trotz erschwerter Bedingungen.


Der fünf Wochen alte Sytze schreit viel. Seine Mutter Vanessa Hemken  macht sich deshalb Sorgen und wird  durch Ratschläge aus ihrem Umfeld zusätzlich verunsichert. „Sabine schafft es immer, mich wieder aus dem Loch zu holen“, sagt sie. Foto: Hilbinger

Der fünf Wochen alte Sytze schreit viel. Seine Mutter Vanessa Hemken macht sich deshalb Sorgen und wird durch Ratschläge aus ihrem Umfeld zusätzlich verunsichert. "Sabine schafft es immer, mich wieder aus dem Loch zu holen", sagt sie. Foto: Hilbinger

 

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Von Kristin Hilbinger
Wangerland - Wenn Katja Hoffmann von den letzten Tagen ihrer Schwangerschaft erzählt, ist sie noch heute sichtlich bewegt.

Es war an Heiligabend im vergangenen Jahr, als sie zur Untersuchung ins Krankenhaus kam. Der 24. Dezember war der errechnete Geburtstermin, doch noch tat sich nichts. „Die Ärzte fragten mich, ob ich regelmäßig zur Vorsorge gegangen sei. Mein Kind sei viel zu klein, vor allem der Kopf.“ Ein Schock für die junge Frau und ihren Partner. „In der ganzen Schwangerschaft gab es bis dahin keine Probleme“, sagt sie.

Mit der Aussage der Ärzte sei sie alleingelassen und wieder nach Hause geschickt worden. Zur Entbindung solle sie ins Klinikum nach Wilhelmshaven gehen, wegen der Kinderklinik. Als zwei Tage später die Wehen einsetzten, erlebte Katja Hoffmann eine Geburt, die von der Angst davor bestimmt war, was mit ihrem Kind wohl nicht in Ordnung sei.

Sie bekam ein kerngesundes Kind - 50 Zentimeter, 3210 Gramm. Alles ganz normal. Doch die Angst der letzten Tage saß tief. „Da war es wirklich gut, dass Sabine gekommen ist“, sagt Katja Hoffmann. Sie habe zugehört und sie wieder aufgebaut. Das tat sie auch, als die junge Mutter aufhören wollte zu stillen. Die wunden Brustwarzen bereiteten ihr solche Schmerzen, dass sie kurz davor gewesen sei, abzustillen. „Sabine hat mir Tipps gegeben und gesagt: ,Das hab ich schon schlimmer gesehen?.“ Das hat die Clevernserin wieder aufgerichtet.

Sabine Tappehorn-Deibert ist Hebamme. Sie lebt in Hohenkirchen und betreut hauptsächlich im Wangerland mittlerweile allein Schwangere und Wöchnerinnen. „In den letzten Jahren sind fünf Hebammen für das Wangerland weggefallen“, erzählt sie. Sie lehnt deshalb keine Frau aus der Gemeinde ab, die sich bei der Suche nach einer Hebamme an sie wendet. „Sie haben ja keine andere!“, betont sie.

Hebammen betreuen Frauen schon während ihrer Schwangerschaft. Sie übernehmen Vorsorgeuntersuchungen und beantworten Fragen. Und gerade Erstgebährende haben unendlich viele Fragen. „Man hat ja überhaupt keine Ahnung“, sagt John Schröder. Seine Frau Janine erwartet das erste Kind.

Janine Schröder hat Angst vor der Geburt. Vielleicht lieber ein Kaiserschnitt statt einer natürlichen Geburt? „Ein geplanter Kaiserschnitt ist nicht ohne“, sagt die Hebamme. „Die Babys haben häufig Anpassungsstörungen, weil sie so unvorbereitet auf die Welt geholt werden. Du kannst dich mindestens 24 Stunden danach nicht alleine um dein Kind kümmern, weil du Schmerzen hast“, erklärt die Hebamme. Die Entscheidung muss die werdende Mutter letzten Endes selbst treffen.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Samstag, 16. Februar 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.