Wilhelmshaven

17.07.2018


Schwertransport ohne Erlaubnis


Die Verfügungseinheit der Polizei stellte mehrere Verstöße fest. Ein Trecker-Führerschein reicht nicht aus, um gewerblich Sand zu transportieren.


Die Ramme (rechts) war zu schwer und hätte für den Transport besser gesichert werden müssen.     Foto:    Polizei

Die Ramme (rechts) war zu schwer und hätte für den Transport besser gesichert werden müssen. Foto: Polizei

 

Wilhelmshaven/wz - Ladung, die nicht ordnungsgemäß gesichert ist, kann gefährlich werden. Bei Kontrollen in der vergangenen Woche stoppte die Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland zwei Schwertransporte, bei denen schwerwiegende Verstöße festgestellt wurden.

Auf der Bundesstraße 210 fiel den Beamten ein Lastwagen auf, der mit einer Ramme beladen auf dem Weg ins Neubaugebiet Potenburg war. Die erforderliche Genehmigung für den Transport lag nicht vor. Zudem sei das Arbeitsgerät deutlich schwerer gewesen als vom Fahrer angegeben. So habe die Wägung ein Gesamtgewicht von 48,6 Tonnen statt erlaubter 40 Tonnen ergeben.

Besonders gravierend war, so der Leiter der Verfügungseinheit, Andreas Kreye, dass der Sicherungsbolzen am Kopf der Ramme deutlich zu viel Spiel hatte, so dass er bei der Fahrt hin und her schwang. Zahlreiche Ausrüstungsteile hätten lose auf dem Tieflader gelegen und hätten herunterfallen können. Außerdem sei an Ramme und am LKW an mehreren Stellen Öl ausgetreten. „Die Feststellungen waren Grund genug, dass dem Transport die Weiterfahrt untersagt wurde“, so Kreye. Gegen den Fahrer und den Verantwortlichen der Beförderer-Firma sowie den Eigentümer der Ramme wurden Verfahren eingeleitet.

Für die Bauarbeiten auf der Wiesbadenbrücke werden derzeit große Mengen Füllsand mit riesigen Treckern und Muldenanhängern von dem Spülfeld in Ostiem nach Wilhelmshaven gefahren. „Für die 40-Tonnen-Gespanne benötigen die Fahrer einen Lkw-Führerschein der Klasse CE, auch wenn es sich um landwirtschaftliche Geräte handelt“, betont Kreye. Bei einer Kontrolle in der Emsstraße stellten die Beamten fest, dass einer der Fahrer nur über einen Führerschein für kleinere LKW bis 7,5 Tonnen verfügt. „Damit fuhr er das mächtige Gefährt ohne Fahrerlaubnis!“

Die Erklärung des Fahrers, dass es sich um einen Ackerschlepper handelt und damit sein Trecker-Führerschein greifen würde, überzeugte nicht. Die Beamten untersagten die Weiterfahrt und leiteten gegen den Fahrer und Halter ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein.