Wilhelmshaven

24.05.2018


Klinik für Psychiatrie: Bedarf scheint fast unendlich


Die Zahl der Betten und Plätze im tagesklinischen Bereich wurden deutlich erhöht. Personelle und finanzielle Möglichkeiten zeigen allmählich Grenzen des Wachstums auf.


Freundlicher Empfang in der Depressionsstation: (von links)  Stationsärztin Marija Chekalova-Ivanova, Altenpflegerin Romy Werther, Gesundheits- und Krankenpflegerin Maren Reiners-Thrunke und Chefarzt Prof. Dr. Here Folkerts.   WZ-Foto:    Grosse Bockhorn

Freundlicher Empfang in der Depressionsstation: (von links) Stationsärztin Marija Chekalova-Ivanova, Altenpflegerin Romy Werther, Gesundheits- und Krankenpflegerin Maren Reiners-Thrunke und Chefarzt Prof. Dr. Here Folkerts. WZ-Foto: Grosse Bockhorn

Von Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven - Als die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Mai 1998 die ersten Patienten aufnahm, standen 80 Betten für die vollstationäre Behandlung zur Verfügung. Dass es mit der Zeit Erweiterungen geben müsste, sei ihm damals klar gewesen, sagte Chefarzt Prof.

Dr. Here Folkerts am Mittwoch in einem Pressegespräch über „20 Jahre moderne Psychiatrie im Klinikum“. Aber dass inzwischen auch 127 Betten nicht mehr reichen, habe er sich damals nicht vorstellen können.

Doch am Mittwoch wurde laut Folkerts mit 145 vollstationär aufgenommenen Patienten ein neuer Rekordwert erreicht. Da gebe es nur noch eins: zusätzliche Betten in die Zimmer schieben. Und auch über einen weiteren Anbau wird nachgedacht. Beim Sozialministerium in Hannover wurden die Pläne bereits vorgestellt. Folkerts hofft, dass im kommenden Jahr gebaut werden kann. Außerdem wird voraussichtlich 2022 im geplanten Neubau des Klinikums eine Psychosomatik-Station eingerichtet.

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Inzwischen werden pro Jahr neben den rund 1700 Patienten im vollstationären Bereich (durchschnittliche Verweildauer 24 Tage) auch 400 tagesklinische Patienten betreut. Dazu kommen rund 1200 Patienten in Wilhelmshaven und 300 Wittmund, die ambulant behandelt werden - nicht selten mehrfach pro Woche.

Die wachsende Nachfrage sei kein spezifisches Wilhelmshavener Phänomen, betont der Mediziner. Obgleich psychische Erkrankungen noch nicht ganz aus der Tabuzone heraus sind, suchten doch heute Patienten Hilfe in einer psychiatrischen Klinik, die früher vor diesem Schritt zurückgeschreckt wären.

So haben sich die Anteile der unterschiedlichen Diagnosen verschoben. Bei 32 Prozent der Patienten wurde eine Depression festgestellt, 24 Prozent leiden unter einer Suchterkrankung, 17 Prozent unter einer Schizophrenie. Diese Gruppe habe früher rund die Hälfte der Patienten ausgemacht, so Folkerts.