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Friesland

09.05.2018


Der Dachdecker und der heruntergefallene Ziegel


Mehrere ältere Menschen bekamen in Sande ungefragten Besuch. Die Polizei bittet um Hinweise.


Foto: Pixabay

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Sande/mk - „Bei Ihnen ist ein Dachziegel heruntergefallen.“ Mit diesem scheinbar nett gemeinten Hinweis versucht dieser Tage in Sande ein Mann seine Hilfe an der Haustür anzubieten. Im besten Falle geht es ihm um eine Handwerksleistung. Im schlimmsten Falle hat er anderes im Sinn, worauf auch hindeutet, dass er sofort Einlass begehrt, um angeblich zum Dachboden zu gehen und das angebliche Problem zu beheben.

WZ-Leser Jörg Richter ist angesichts der Geschehnisse, die ihm seine Mutter aus Sanderbusch berichtete, sofort stutzig geworden und hat sich an die Polizei gewandt. Er berichtete der WZ am Dienstag zudem von einem weiteren Fall aus seiner Nachbarschaft in Sande, den er ebenfalls der Polizei zur Kenntnis gegeben hat. Dort geht man den Hinweisen derzeit nach, wie Polizeipressesprecherin Andrea Papenroth der WZ sagte. Die Vorfälle ereigneten sich am vergangenen Mittwoch, 2. Mai, und am Montag, 7. Mai.

Laut Richter handelte es sich in beiden Fällen um ältere Personen. Der Mann tauchte außerdem jeweils auf, kurz nachdem der ambulante Pflegedienst das Haus verlassen hatte. Er vermutet einen Zusammenhang, weil mögliche Täter die markanten Fahrzeuge der Pfleger als Hinweis deuten könnten, wo sich pflegebedürftige ältere Herrschaften aufhalten. Zudem sagt Richter, dass der Hinweis auf den heruntergefallenen Dachziegel falsch war - nach seinen Worten gab es diesen angeblichen Dachschaden gar nicht. Auch dies deutet für ihn darauf hin, dass es um eine Masche handeln könnte, wie sie in verschiedenen Variationen immer wieder aktenkundig wird.

So gibt es immer wieder Vorfälle, bei denen angebliche Handwerker, Stadtwerkebedienstete oder gar angebliche Polizisten versuchten, in Wohnungen und Häuser zu gelangen. Eloquent brachten sie vor, sofort die Privaträume betreten zu müssen. Einige kamen auch zu mehreren. Durch Ablenkung ihrer Opfer gelangten sie an Wertsachen und Bargeld.

Ob auch der Fall in Sande so einzustufen ist, kann die Polizei noch nicht sagen. Zumindest bei dem Mann am 2. Mai konnte schon eine Personenüberprüfung vorgenommen werden, die allerdings zum Ergebnis hatte, dass der Mann einen Reisegewerbeschein vorweisen konnte.

Um ein möglichst präzises Bild zu bekommen, ist die Polizei auf Hinweise angewiesen.

Neben dem allgemeinen Hinweis, an der Haustür generell vorsichtig zu sein, sollte im Zweifelsfall Kontakt mit einer Polizeidienststelle aufgenommen werden.