Friesland

13.03.2018


Vierjährige war erstes Opfer in der Familie


Vor 75 Jahren wurde die Zeteler Familie Frank nach Auschwitz deportiert. Im Ortsteil Bohlenberge wird nun mit einer Stele an die Ermordeten erinnert.


Kamen an der Stele in Bohlenberge zusammen (von links): Reinhard Onnen-Lübben, Andreas Reiberg (Stele), Menni Christel Schwarz, Hartmut Peters, Romano, Genaro und  Barono Schwarz, Prof. Dr. Antje Sander und Hans Begerow.    WZ-Foti:    Gabriel-Jürgens

Kamen an der Stele in Bohlenberge zusammen (von links): Reinhard Onnen-Lübben, Andreas Reiberg (Stele), Menni Christel Schwarz, Hartmut Peters, Romano, Genaro und Barono Schwarz, Prof. Dr. Antje Sander und Hans Begerow. WZ-Foti: Gabriel-Jürgens

 

Von Henning Karasch
Bohlenberge - Im Zeteler Ortsteil Bohlenberge erinnert eine Stele an die dort ab 1939 ansässige Familie Frank. Sie wurde errichtet von der Initiative Erinnerungsorte Friesland, getragen vom Landkreis, dem Gröschlerhaus und dem Schlossmuseum Jever.

An dieser Stele wurde mit einer Feierstunde der Deportation von Grete Frank, geborene Franz, ihres Ehemannes Georg Frank sowie ihrer Kinder Frieda Gertrud, Ella Lisbeth, Hans Georg, Herbert Otto, Anna Ursula und Angela Frank am 8. März 1943 erinnert.

„Unsere Familie war seit 1730 in Friesland ansässig, alle Familienmitglieder wurden hier geboren, und wir gehören vom Herzen hier her“, sagte Menni Christel Schwarz in seiner Ansprache. Der Oldenburger ist der Sohn von Margot Schwarz, Tochter aus der ersten Ehe Grete Franks. Zusammen mit ihrem Bruder Anton überlebte die Varelerin die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Die übrigen Mitglieder der Artistenfamilie wurden ins Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Damit gehören sie zu den rund 500 000 Menschen, die europaweit Opfer des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma wurden.

Menni Christel Schwarz sprach von Hochachtung, die er als Sinti empfinde, dass seine Familie nach mehr als 70 Jahren bekam, was ihr zustehe. In Bohlenberge gibt es, außer dem Erinnerungsort, auch eine Anton-Franz-Straße. Wie es geschehen konnte, dass seine Angehörigen deportiert und getötet wurden, wisse niemand, sagte Menni Christel Schwarz. Er riet, das rechte Auge und Ohr stets offen zu halten, gerade jetzt, wo rechte Gesinnung in Parlamenten wieder Einzug halte.