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Wilhelmshaven

19.01.2018


Umweltschützer protestieren gegen Ansprengung der "Karlsruhe"


Erkenntnisse aus Sprengungen und Beschuss der "Karlsruhe" sollen die Sicherheit der Besatzungen erhöhen. Der Nabu Schleswig-Holstein befürchtet erhebliche Schäden für die Meeresumwelt.


Die Fregatte „Karlsruhe“ - hier  unmittelbar nach ihrer Außerdienststellung im Marinearsenal.  Foto: WZ-Bilddienst/Lübbe

Die Fregatte "Karlsruhe" - hier unmittelbar nach ihrer Außerdienststellung im Marinearsenal. Foto: WZ-Bilddienst/Lübbe

 

Von Michael Halama

Wilhelmshaven/Eckernförde - Für Schlagzeilen sorgt derzeit die Fregatte „Karlsruhe“ - und das Monate nach ihrer Außerdienststellung im Juni vergangenen Jahres. Denn an Schleswig-Holsteins Ostseestrand schlagen derzeit die Wellen hoch: Umweltschützer schlagen Alarm, weil die Bundeswehr Ansprengversuche an der „Karlsruhe“ plant.

Sie fürchten um das Leben von Tieren und weitere Umweltschäden.

Dabei nutzt die Marine das Sperrgebiet Schönhagen, mehrere Seemeilen vor der Ostsseküste zwischen Damp und Olpenitz gelegen, schon seit Jahrzehnten. Allein der Bund sei dort zuständig, wird ein Seerechtler in Medienberichten zitiert.

Bislang habe es seitens des Umweltministeriums nie Einwände oder Einwürfe gegeben, Proteste gegen die Nutzung des Sperrgebietes sind dem zuständigen Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) nicht bekannt, heißt es auf Anfrage. Die nun geplante Versuchsreihe sei notwendig, um auch zukünftig den Schutz der Schiffsbesatzungen sicherzustellen.

Konkret geht es um „asymmetrische“ Bedrohungen wie Handfeuerwaffen, aber auch Minen oder ähnliches.

Die nun geplanten Untersuchungen sollen den Experten der Wehrtechnischen Dienststelle 71 Erkenntnisse liefern, wie die Sicherheit der Soldaten zukünftig verbessert werden kann - und wie die Einsatzbereitschaft der Schiffe im Schadensfall erhalten werden kann.

Ab 16. Mai und dann wieder im September dieses Jahres werde die Ex-„Karlsruhe“ in je zwei Phasen mit einem TNT-Äquivalent (Maßeinheit für die bei einer Explosion frei werdende Energie) von deutlich unter einer Tonne angesprengt. Bei weiteren Tests soll die Fregatte dann im Jahr 2019 mit Handfeuerwaffen beschossen werden.

Der Nabu Schleswig-Holstein befürchtet angesichts der Ansprengversuche durch die Bundeswehr erhebliche Schäden an der Meeresumwelt und einer der bedeutendsten Uferschwalbenkolonien des Landes. Im Sperrgebiet und umzu sehen die Naturschützer vor allem Schweinswale und Laichgebiete der Dorsche gefährdet.