Benutzernamen vergessen?
 
Passwort vergessen?
 
Wozu anmelden?

Wilhelmshaven

11.01.2018


Sicherheit wichtiger als Umsatz


Für Pächter Sebastian Zelewski und seine Angestellten ist die derzeitige Situation nicht gerade einfach. Nach den Überfällen wird der Nachtschalter flexibel geöffnet sein.


Sebastian Zelewski ist Pächter der Tankstelle an der Preußenstraße. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, seinen Sicherheitsverpflichtungen nicht nachgekommen zu sein.    WZ-Foto:    Gabriel-Jürgens

Sebastian Zelewski ist Pächter der Tankstelle an der Preußenstraße. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, seinen Sicherheitsverpflichtungen nicht nachgekommen zu sein. WZ-Foto: Gabriel-Jürgens

 

Von Sebastian Urbanczyk

Fedderwardergroden - „Ich kann immer noch nicht richtig schlafen“, zeigt sich Sebastian Zelewski im Gespräch mit der WZ sichtlich mitgenommen. Mitte Dezember und jetzt, Anfang Januar, ist seine Tankstelle an der Preußenstraße gleich zweimal kurz hintereinander überfallen worden.

Zwei der Angestellten waren betroffen. Besonders der erste Vorfall nimmt den 38-Jährigen immer noch mit.

Ein bislang unbekannter Täter war in den frühen Morgenstunden in den Verkaufsraum eingedrungen, hatte einen Kunden zur Seite gedrängt und mit einer Waffe am Kopf eines Angestellten Bargeld verlangt.

„Diese Gewalt ist schon erschreckend, und zu dieser Zeit um 6.30 Uhr kann man mit so etwas einfach nicht rechnen“, sagt Zelewski. Im zweiten Fall hatte ein ebenfalls bislang Unbekannter eine Angestellte vor dem Nachtschalter mit einer Waffe bedroht, zog dann aber unverrichteter Dinge ab. Die Angestellte war hinter dem ­Sicherheitsglas relativ geschützt.

Den beiden Mitarbeitern geht es den Umständen entsprechend gut, und sie haben relativ schnell wieder angefangen zu arbeiten. „Sie erhalten von uns jede Unterstützung, die sie brauchen, z.B. durch den Weißen Ring. Bislang hat aber keiner das Angebot genutzt“, sagt Zelewski.

„Wir haben feste Zeiten, in denen der Nachtschalter geöffnet ist. Wenn sich ein Mitarbeiter aber nicht sicher genug fühlt, kann er den Nachtschalter auch früher aufmachen und länger offen lassen.“ Damit wehrt sich Zelewski auch gegen einige Aussagen von Facebook-Nutzern, er sei seinen Sicherheitsverpflichtungen nicht nachgekommen. „Wenn jemand 20 Brötchen haben möchte und der Nachtschalter ist noch offen, hat er eben Pech gehabt. Mir ist Sicherheit wichtiger als Umsatz.“ Zudem handelt es sich bei seinen Angestellten um langjährige Mitarbeiter und nicht, wie behauptet wurde, um ständig wechselndes Personal.

Zudem trägt jeder Angestellte einen Notfallknopf am Körper. Wird dieser ausgelöst, wird direkt die Polizei alarmiert.

Die Anzahl an Überwachungskameras nun noch zu erhöhen, hält der 38-Jährige für unnötig. „Wir haben bereits zahlreiche Kameras im Außen- und Innenbereich. Aber die Täter sind maskiert, da würde das nichts bringen.“