Friesland

10.01.2018


Nach NWK-Brand: 74-Jähriger wird in psychiatrischer Einrichtung untergebracht


Die Maßnahme wurde nach Antrag der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Oldenburg bewilligt. Der Mann ist womöglich vermindert schuldfähig.


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Der Brand wurde im Keller unter dem Eingangsbereich (Foto) gelegt. Der Rauch zog in die Obergeschosse und in Gebäudetrakt D (hinten). WZ-Foto: Lübbe

Sanderbusch/sun - Wie die Polizei mitteilte, wird der 74-jährige, der im Verdacht steht, den Brand im Keller des Nordwest-Krankenhauses am Dienstag gelegt zu haben, einstweilig vorläufig in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Einen entsprechenden Beschluss hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Grund des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags und der versuchten schweren Brandstiftung beantragt.

 

Antragsgemäß wurde die Unterbringung am Mittwochnachmittag durch das Amtsgericht Oldenburg beschlossen. 

Der 74-Jährige befindet sich nun in einer psychiatrischen Einrichtung. 

Nach derzeitiger Einschätzung der Polizei wird davon ausgegangen, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt wegen einer "hirnorganischen Erkrankung" vermindert schuldfähig war.

Dem Mann wird vorgeworfen, am Dienstag einen Müllcontainer im Keller des Krankenhauses angezündet zu haben. Der Rauch zog bis in das zweite Obergeschoss und beeinträchtigte zunächst den Betrieb mehrerer Praxen und der Notaufnahme. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus. Sechs Patienten mussten in neue Zimmer verlegt werden.

 

+++Ursprünglicher Artikel+++

Von Jörg Grabhorn

Ein Streifenwagen vor dem Haupteingang, außerdem ein ziviles Polizeifahrzeug - sonst deutete gestern Vormittag nichts auf den Brand im Nordwest-Krankenhaus (NWK) in Sanderbusch am frühen Morgen hin (siehe Seite 1). Der Klinik-Betrieb ging seinen gewohnten Gang, so schien es. Der Keller, in dem offenbar ein 74 Jahre alter verwirrter Patient einen Abfallcontainer in Brand gesetzt hatte, war indessen für die polizeilichen Ermittlungen gesperrt.

Für die Klinikleitung mit Geschäftsführer Frank Germeroth, dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Werner-J. Mayet, dem Leiter der Notaufnahme Dr. Henning Fründt und dem technischen Leiter Günther Bauer bedeutete der gestrige Tag einen unnötig aufregenden Start ins neue Jahr. Nachdem der Brand gelöscht und der Rauch aus dem Gebäudetrakt getrieben war, ging es gestern darum, wieder zu den normalen Betriebsabläufen zurückzukehren.

Ein großes Lob sprachen die NWK-Verantwortlichen allen Rettungs- und Einsatzkräften und dem eigenen Personal aus.

Der Kellerbereich war bislang nicht verschlossen, da er der wesentliche Ver- und Entsorgungsweg für die verschiedenen Trakte des Klinik-Komplexes ist. Müsste das Personal jedes Mal Türen auf- und abschließen, würde dies den laufenden Betrieb beeinträchtigen, sagte Germeroth.

Im Keller lagert aber offenbar viel an brennbarem Material, unter anderem Abfälle und Wäsche. Daher wird die Klinikleitung natürlich prüfen, welche Konsequenzen aus dem gestrigen Brand zu ziehen sind.