Friesland

28.12.2017


Nationalpark Wattenmeer: Knallerverbot nicht ausreichend


Was für Menschen ein schöner Jahresausklang ist, schadet der Natur. Die Tier- und Vogelwelt im Wattenmeer leidet an Silvester unter Lärm und Müll.


Nonnengänse erhoffen sich im Nationalpark Wattenmeer einen störungsfreien Rastplatz für den Winter.     Foto: N   ationalpark Wattenmeer/p

Nonnengänse erhoffen sich im Nationalpark Wattenmeer einen störungsfreien Rastplatz für den Winter. Foto: Nationalpark Wattenmeer/p

 

Friesland/Wilhelmshaven/san/ - Bei den Silvesterfeierlichkeiten gehört für die meisten das Feuerwerk zur Tradition. Darunter leiden im hiesigen Weltnaturerbe, dem Wattenmeer, die dort lebenden Tiere. „Bei Vögeln und anderen wildlebenden Tieren erzeugen die Knall- und Lichteffekte keine Partystimmung, sondern Panikreaktionen“, erklärt Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Wattenmeer Niedersachsen mit Sitz in Wilhelmshaven.

Im Wattenmeer fänden Nonnengänse, Brachvögel und etliche andere Arten ungestörte Rastplätze und Nahrungsflächen, um den Winter zu überstehen, so Südbeck weiter. Rund um den Jahreswechsel sorgt sich der Leiter des Nationalparks um die Tiere: „Die Vögel müssen unentwegt fressen, um im Frühjahr in guter Kondition in ihre Brutgebiete zurückzukehren. Diese liegen oft fernab der Zivilisation bis hin zum Polarkreis. Umso größer ist der Schock für die Vögel, wenn im Winterquartier plötzlich in einer Nacht die Hölle losbricht.“

Im gesamten Nationalpark Wattenmeer herrscht ein striktes Feuerwerksverbot. Der Lärm und Müll von Silvesterknallern, die außerhalb des Wattenmeeres abgefeuert werden, bleiben allerdings ein Problem.