Wilhelmshaven

18.11.2013


Jimmy Kelly spielte im Pumpwerk



Jimmy Kelly (Mitte) & The Street Orchestra auf der Pumpwerk-Bühne: „ Zwei Stunden wunderbarste Musik und bestes Entertainment.“   WZ-FOTO:    Lübbe

Jimmy Kelly (Mitte) & The Street Orchestra auf der Pumpwerk-Bühne: „ Zwei Stunden wunderbarste Musik und bestes Entertainment.“ WZ-FOTO: Lübbe

Von Kim Sutton


Wilhelmshaven - Echtes Vinyl mit französischen Balladen unterhält das Publikum, bevor Johannes um kurz nach acht den Plattenspieler wegräumt und dem Publikum kurz erklärt, was (nicht) erlaubt ist. Tanzen, Klatschen, Mitmachen sind erwünscht, Fotografieren, Filmen oder gar Tonmitschnitte nicht.

Er fände es schön, das alle da sind, und die meisten seien ja auch sicher freiwillig hier.


Die Rede ist vom Konzert am Sonnabend im Pumpwerk: Jimmy Kelly & The Street Orchestra, neun Straßenmusiker, die auf ihrer „Vive La Street“-Tour auch in Wilhelmshaven halt gemacht haben. Denn, so Jimmy, hier seien sie schon öfter gewesen und er habe immer tolle Erfahrungen gemacht. Und so hat er sich auch nicht abhalten lassen, als am Montag erst 40 Karten verkauft waren und versprach, für den Abend so zu tun, als sei das Pumpwerk packend voll.


Das ist es zwar nicht, aber die Anwesenden springen schon beim zweiten Stück von den Stühlen. Die Musik reißt mit, es ist eine Mischung aus einem Einmarsch in den Zirkus und Musik von den Tiger Lillies. Das dritte Stück ist ein irischer Klassiker, individualisiert, und mit dem Banjo-Solo hätte das Lied auch einem Pub in Irland alle Ehre gemacht.


Wie besessen spielt die Geigerin, ihr Boden zerfasert langsam. Der Kontrabassist spielt ruhig, doch auf seinem Gesicht spiegelt sich der Inhalt der Songs wieder - er leidet in den Balladen und freut sich zu den Tänzen. Die Schlagzeugerin, die die Marimba beherrscht wie nur wenige andere, fasziniert mit ihren flinken Schlägen und dem immer wieder eingebauten kecken Lächeln. Der Tubabläser wirkt geradezu verliebt in sein Instrument; Klarinettist und Trompeter spielen überzeugend klare Töne, die auch über den vollen Sound des gesamten Orchesters noch zu hören sind.