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Gestern und Heute

25.02.2013


Schütting wich Sparkassenbau


Mitte der 1970er-Jahre fiel der Schütting dem Abrissbagger zum Opfer. Die LzO baut hier jetzt ein neues stadtbildprägendes Gebäude.


Das Hotel  Schütting  prägte einst das Bild am Alten Markt. Hier kehrten viele Kaufleute ein. An seiner Stelle baute die LzO 1975 ihre neue Zweigniederlassung.     FOTO:    Archiv Andersen

Das Hotel Schütting prägte einst das Bild am Alten Markt. Hier kehrten viele Kaufleute ein. An seiner Stelle baute die LzO 1975 ihre neue Zweigniederlassung. FOTO: Archiv Andersen

Mit diesem Gebäude mochten sich die Jeveraner nicht recht anfreunden.       FOTO:    Niemann

Mit diesem Gebäude mochten sich die Jeveraner nicht recht anfreunden. FOTO: Niemann

Jetzt baut die  LzO  neu - und schöner.      FOTO:    WZ-Bilddienst

Jetzt baut die LzO neu - und schöner. FOTO: WZ-Bilddienst

 

Von Wolfgang Niemann

Jever - Eines der markantesten Gebäude in Jevers Innenstadt war über lange Zeit der „Schütting“ am Alten Markt. Bereits im 18. Jahrhundert als Treffpunkt der Kaufleute errichtet, entlehnte man den Namen offenbar dem Vorbild des berühmten Bremer Schütting.

Auf alten Bildern noch aus der Zeit vor der Motorisierung erkennt man das Haus mit dem charakteristischen Arkaden-Vorbau als „Hotel Schütting“ und der später wechselnden Zusatzbezeichnung „Restauration von P. Balenius“. In der Nazi-Zeit hatte der Schütting eine unrühmliche Ära als Versammlungslokal der SA. Der Alte Markt hieß im „Dritten Reich“„Adolf-Hitler-Platz“.

In den 70er-Jahren passierte dann jedoch das, was Alt-Bürgermeister Paul Müller als „Jevers größte Bausünde“ bezeichnete: das „Hotel Schütting“ und der direkt angrenzende Gasthof „Weißer Schwan“ wurden 1974/75 abgerissen. An seine Stelle baute die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) ihr neues Bankgebäude. Am 4. November 1977 zog sie aus ihrer bisherigen Niederlassung an der Albanistraße in ihre neue „Zweiganstalt“ um.

Erst in den 80er-Jahren setzte allenthalben ein Umdenken ein und man besann sich darauf, die historischen Bauten in den Städten zu erhalten. Für Jevers Schütting jedoch war es zu spät.

Dabei ist die LzO selbst eine altehrwürdige Institution. Bereits am 1. August 1786 unterzeichnete der Landesherr Herzog Peter Friedrich Ludwig die Gründungsurkunde für diese „Ersparungscasse für das Herzogtum Oldenburg“. Sein löblicher Gedanke war dabei eine Neuordnung des Armenwesens, denn mit dieser Kasse sollte es wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreisen ermöglicht werden, Rücklagen zu bilden.

Nur die Sparkasse Hamburg ist in ihrer Art noch ein paar Jahre älter als die LzO. Die LzO führt ihren heutigen Namen übrigens erst seit dem 1. Januar 1913 und wird seit 1937 als eine Anstalt des öffentlichen Rechts vom Sparkassenzweckverband Oldenburg getragen, dem die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Oldenburg, Vechta, Wesermarsch sowie die kreisfreien Städte Delmenhorst und Oldenburg angehören.

Nach jahrelangen Gerüchten lüftete die LzO das Geheimnis um die Zukunft der alten Bausünde: Im Juni 2011 stellte die LzO das Modell für einen Neubau ihrer Regionaldirektion Jever vor. Aus fünf Architektenentwürfen wurde das dreigeschossige Modell von Architektin Iris Wienecke (Oldenburg) ausgewählt. In hellem Naturstein und mit einer raffinierten Dachkonstruktion soll diese Investition für rund sechs Millionen Euro sich in das historische Bild der Bauten rund um den Alten Markt einpassen.

Nach dem Abriss des alten Baus im Jahr 2012 wächst der Neubau derzeit heran und kann voraussichtlich im Laufe dieses Jahres eingeweiht werden.

 






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