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Wilhelmshaven

03.03.2012


Zwei Bunkern steht Abriss kurz bevor


Die Bunker weichen einer Unternehmensansiedlung. Für den Hobbyforscher Holger Raddatz ist das ein Verlust.


Bald schon wird der Bunker hinter Holger Raddatz aus dem Bild Wilhelmshavens verschwunden sein.     WZ-FOTO:    Gabriel-Jürgens

Bald schon wird der Bunker hinter Holger Raddatz aus dem Bild Wilhelmshavens verschwunden sein. WZ-FOTO: Gabriel-Jürgens

 

Von Christian Paul

Wilhelmshaven - Etwas verloren steht Holger Raddatz auf den nicht mehr benutzten Gleisen, die durch den Nordhafen führen. Mit der Kamera in der Hand, schießt er Fotos. Aus dem vormittäglichen Nebel heraus schälen sich sein Motive: die beiden Truppenmannschaftsbunker 750 an der Hannoverschen Straße.

Die melancholische Atmosphäre der Szenerie unterstreicht seine Gemütslage. Jahrzehntelang beschäftigt sich Raddatz schon mit diesen und ähnlichen Anlagen. Bald schon werden sie weichen müssen. Aller Wahrscheinlichkeit nach für die Fertigungsbasis der Jade Werke GmbH. Auf dem Gelände sollen die mächtigen Tripoden für Offshore-Windräder entstehen (die WZ berichtete).

Akribisch hat Raddatz die Geschichte und Bauweise der Bunker recherchiert, in alten Archiven geforscht und mit Zeitzeugen gesprochen. „Es ist vor allem die Technik, die mich seit jeher fasziniert“, sagt Raddatz. „Der Baubeginn war genau heute vor 69 Jahren. Nach nur einem halben Jahr waren sie fertiggestellt.“ In dem Buch „Truppenmannschaftsbunker der Kriegsmarine“ hat er seine Ergebnisse veröffentlicht. Die Decke war fast 4 Meter dick, die Wände 2,50 Meter. „Insgesamt“, so schätzt Raddatz, „wurden 1943 60 bis 70 000 Tonnen Beton pro Bunker verbaut.

Wenn Raddatz über die Bunker spricht, merkt man dem 38-jährigen Mediengestalter die Begeisterung für sein Hobby an. Den Krieg zu glorifizieren liegt im jedoch fern. Sein Ziel ist Aufklärung und einen Teil deutscher Geschichte zu erhalten. Daher findet er es auch so bedauerlich, dass die Bunker abgerissen werden: „Ich hätte mir einen Kompromiss gewünscht. Vielleicht hätte man einen oder beide Bunker als Lagerhalle oder Mahnmal nutzen können“, so Raddatz. Sogar an den chinesischen Mutterkonzern der Jade Werke hat er einen Brief geschrieben, gleichwohl er nicht auf eine Reaktion hofft.

Mehr lesen Sie in der Wochenendausgabe der „Wilhelmshavener Zeitung“.

 






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