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Wilhelmshaven

26.04.2011


Kampf um Südzentrale darf nicht abreißen



Corinna Nickel engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Südzentrale.                                                                                                                                                               WZ-FOTO:    Gabriel-Jürgens

Corinna Nickel engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Südzentrale. WZ-FOTO: Gabriel-Jürgens

Von Stephan Giesers

Wilhelmshaven - Karsamstag, Tag der Grabesruhe Christi: Die Passionspunkte der Kirchengemeinde Wilhelmshaven enden wie immer an einem toten Punkt in der Südstadt. Er liegt hinter dem Spielplatz am Ende der Rheinstraße.

Ausgerechnet. Kinder schaukeln hier, spielen Fußball auf der Wiese.

Das großes Kreuz steht im Fußballtor.

 

Im Hintergrund: Die Südzentrale mit zerbrochenen Fensterscheiben und den klaffenden Löchern im Dach der Turbinenhalle. Sie steht an diesem Abend für einen langen Leidensweg. Für das Lebensende. „Seit 18 Jahren liegt die Südzentrale im Wachkoma“, sagt Pastor Frank Morgenstern von der Christus- und Garnisonkirche. Nun sei sie kurz davor, das zeitliche zu segnen.

 

Morgenstern hat wieder mit vielen Helfern den letzten Passionspunkt in diesem Jahr vorbereitet. Rund 80 Besucher sind gekommen, um an der Abendandacht teilzunehmen. Einige haben Unterschriftenlisten dabei, machen sich stark für die „alte Dame“ Südzentrale. Ein wunder Punkt der Stadt ist das ehemalige Kraftwerk aus der Kaiserzeit schon seit vielen Jahren.

 

„Schon im Jahr 2002 endeten hier die Passionspunkte“, erzählt Morgenstern. Damals rückten Bagger an, um die Nebengebäude niederzureißen. Inzwischen deutet alles auf einen großen Abriss hin, seit der Eigentümer - die BGI Unternehmens- und Immobilienbeteiligungs GmbH aus Ibbenbüren - im Februar Bäume auf dem Gelände fällen ließ. Vögel sollen nicht mehr nisten und dem Abriss nicht im Wege stehen.

 

Denkmalpflegerin Corinna Nickel aus Hamburg ist als Fachfrau zur Andacht gekommen. „Die Südzentrale zerfällt vor unseren Augen“, sagt sie. „Keiner kommt, um ihr zu helfen.“ Mit dem Eigentümer hat Nickel unlängst telefoniert. „Einen Zeitplan für den Abriss gibt es wohl zurzeit nicht. Wenn der Termin aber steht, ist es gewiss nur eine Frage von zwei, drei Tagen.“

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