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15.10.2009


Kurzer Weg zur Ersatzdroge nötig


Hausarzt Matthias Abelmann droht damit, die Methadonausgabe einzustellen - sollte sich die Versorgung nicht verbessern. Patienten müssten dann täglich bis nach Oldenburg fahren.   Von Stephan Giesers


newsimport

Die Zukunft der wohnortnahen Methadon-Versorgung von Suchtpatienten ist ungewiss.

Wilhelmshaven - „Du bist ja spät dran, sonst bist Du doch immer einer der Ersten“, ruft eine junge Frau und grüßt freundlich, als sich ein Mann in die Warteschlange einreiht. Es ist kalt. Die Hände hat sie deshalb tief in ihren Jackentaschen vergraben.

 

Die Frau ist drogenabhängig, hat sich früher Heroin gespritzt. Heute bekommt sie das flüssige Ersatzmedikament Methadon. Jeden Morgen ab 7 Uhr, wenn es noch dunkel ist, wartet sie mit 19 weiteren Suchtpatienten auf dem Flur des alten Recyclinghofes an der Admiral-Klatt-Straße auf die Ausgabe ihrer Tagesdosis.

 

Die Allgemeinmediziner Matthias Abelmann und Valtentina Gradwohl kümmern sich zurzeit im Wechsel um den größten Teil der Drogenpatienten in Wilhelmshaven, die seit Juni in die Admiral-Klatt- Straße kommen. Mediziner sprechen von Substitution. Andere wiederum dürfen ihre Wochenration mit nach Hause nehmen und werden direkt in den Praxen der Hausärzte betreut.

 

Die Zukunft der Substitution sieht aber schlecht aus. Abelmann und Gradwohl können die Versorgung kaum alleine bewältigen, ohne die eigenen Praxen zu vernachlässigen. Weitere Hausärzte wollen sich derzeit nicht beteiligen. „Viele Kollegen in der Region haben das Handtuch geworfen“, weiß Abelmann, der an diesem Morgen für den Dienst im alten Recyclinghof eingeteilt ist. Er trägt Jacke und Schal.

 

„Die Heizung funktioniert hier nur selten“, sagt der Mediziner. Das Zimmer hat die Stadt für die Substitution bereit gestellt. Hier müssen die Suchtkranken unter Aufsicht ihre Ersatzstoffe einnehmen. Für Untersuchungen - zum Beispiel vorgeschriebene Urinproben, muss Abelmann seine Suchtpatienten in die Praxis kommen lassen.

 

Nicht nur der Raum bereitet Abelmann Sorge. „Wenn nicht schnell eine dauerhafte Lösung gefunden wird, werde ich aufhören“, sagt er. Sollte dieser Fall eintreten, müssten die Suchtpatienten täglich bis nach Oldenburg fahren. „Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, sagt Abelmann und befürchtet eine hohe Rückfallquote - auch bei der Beschaffungskriminalität.

 

Mehr lesen Sie heute in der „Wilhelmshavener Zeitung“.

 

 






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