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28.05.2009


Schornstein ragt 177 Meter in die Höhe


Die Firma GDF Suez ist beim Bau des Kohlekraftwerkes im Zeitplan, 110 direkte und 190 indirekte Arbeitsplätze werden entstehen.   Von Maik Michalski


newsimport

Realisierungsmanager Raf Vermeyen ist mit dem Baufortschritt des Kraftwerks zufrieden. WZ-FOTO:KNOTHE

Wilhelmshaven - Wie ein Leuchtturm ragt der 177 Meter hohe Betonschornstein aus dem Rüstersieler Groden heraus. Der Koloss hat seine wahre Höhe in 40 Tagen erreicht. Ansonsten ist das neue Steinkohlekraftwerk der Firma GDF Suez (ehemals Electrabel) dem Boden noch nicht viel entwachsen. Die Ausleger der vier gelben Kräne schwenken über das 30 Hektar große Gelände. Eine riesige Ramme schlägt einen Stahlpfahl in den Boden. 2000 in einer Länge von 25 Metern sind bereits im Erdreich, 1000 kommen noch.

 

„Ein Kraftwerk muss auf sicheren Füßen stehen“, erklärt Raf Vermeyen. Der Belgier ist Realisierungsmanager, früher hätte man wohl einfach Bauleiter gesagt.

Im Containerdorf an der Pforte hängen riesige Faltpläne an den Wänden. In einem Besprechungsraum erklärt Frank Albers, lokaler Projektkoordinator, Ziele, Zeiten und Zahlen: Das Kraftwerk der 800-Megawatt-Klasse geht 2012 in Betrieb, kostet mehr als eine Milliarde Euro, hat einen Wirkungsgrad von mehr als 46 Prozent (Albers: „Mehr geht derzeit nicht“). 110 direkte und 190 indirekte Arbeitsplätze werden entstehen, die Gewerbesteuer fällt in Wilhelmshaven an.

 

Am Fenster marschieren Arbeiter vorbei – alle mit Helm, Warnweste und Sicherheitsschuhen ausgestattet. Ein paar Minuten später inspiziert Vermeyen „seine“ Baustelle. Wer schon einmal ein Fundament für ein Haus gemacht hat, dem kommt einiges bekannt vor – nur nicht in dieser Größe oder Dimension. Bis jetzt wurden 10000 Kubikmeter Beton verarbeitet. Die Arbeiten unter dem späteren Kesselhaus finden unter Wasser statt.

 

Im Deich wird gerade daran gearbeitet, die Leitung für das Kühlwasser, das später aus der Jade einmal ins Kraftwerk fließen soll, zu „legen“. Ab Juli beginnt der Hochbau für das Kesselhaus. Dann sind auch die Treppentürme dran.

Derzeit sind mehr als 200 Arbeiter tätig, Mitte 2011 werden es bis zu 1500 sein.

 

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