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31.01.2009


Kraftwerk Huntorf läuft auch ohne Strom


Das Werk auf dem Salzstock nahe Elsfleth wird von der Jadestadt aus gesteuert und angefahren. Mitarbeiter von Eon aus Wilhelmshaven bringen die Anlage derzeit wieder in Schuss. Von Maik Michalski


newsimport

Jörg Lücht aus Schortens arbeitet für Eon im Moment in Huntorf. Er leitet dort die Sanierungsarbeiten und erklärt am Modell die Funktionsweise des Luftspeicher-Gasturbinenkraftwerkes Huntorf. FOTO: MICHALSKI

Huntorf/Wilhelmshaven - Ein technisches Schmuckstück hat sich die Firma Eon an Land gezogen. Seit Mitte Dezember hat das Energieunternehmen, das in Wilhelmshaven ein Steinkohlekraftwerk betreibt, die Verantwortung für das Luftspeicher-Gasturbinenkraftwerk in Huntorf (Stadt Elsfleth/Wesermarsch) übernommen.

 

Weltweit gibt es nur zwei Kraftwerke mit dieser Technik, besagtes in der Wesermarsch mit 321 Megawatt Leistung bei Volllast und ein deutlich kleineres in den Vereinigten Staaten (160 MW Leistung). Zwölf Eon-Mitarbeiter aus Wilhelmshaven sind gerade in Huntorf damit beschäftigt, sich mit der Funktionsweise, der Technik und den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen.

 

Einer von ihnen ist Jörg Lücht aus Schortens. Der 46-jährige Schlossermeister ist von Eon Wilhelmshaven in die Wesermarsch abgeordnet worden und leitet dort als Spezialist für Anlagentechnik und Service die Baustelle, bis die Anlage voraussichtlich im März wieder in Betrieb geht.

 

Seit Ende August ist die Anlage in Huntorf wegen eines Schadens vom Netz genommen – vom Lastenverteiler abgemeldet, wie es offiziell heißt. In den Rohrleitungen gibt es Korrosionsrückstände, die Turbine ist stark verschmutzt. Sie wurde zur Herstellerfirma in Berlin transportiert, dort komplett zerlegt und gereinigt. Ende Februar soll sie wieder „runderneuert“ in der Wesermarsch eintreffen.

 

Die Anlage Huntorf liegt auf einem Salzstock. In dem sind zwei Kavernen angelegt worden – ähnlich der im Rüstringer Salzstock in Wilhelmshaven oder in Etzel (Gemeinde Friedeburg). Dort lagern jedoch Rohöl- bzw. Gas. In Huntorf sind 300000 Kubikmeter Luft bei einem Druck von 70 bar in den bis zu 800 Meter tiefen Kavernen vorhanden. „Damit ist die Anlage vier Stunden fähig, unter Volllast 321 Megawatt Strom zu produzieren“, erklärt Jörg Lücht. „Aufgeladen“ werden die Speicher vorwiegend in Zeiten, in denen die Nachfrage nach Strom geringer ist als sonst – nachts.

 

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