22.08.2008


Fregatte "Emden": 680.000 Seemeilen gefahren


Die Fregatte „Emden“ hat so manches erlebt. Die WZ wirft einen Blick auf die Historie des deutschen Schiffes. Von Michael Halama


Am 24. Juni 1983 machte die „Emden“ (V) an der Scheer-Brücke neben der „Emden“ (IV) fest. FOTO: WZ-BILDDIENST

Das „Eiserne Kreuz“ und das Wappen der „Emden“.

WILHELMSHAVEN/HL – Der Tauf- und Stapellauftermin der „Emden“ war der 17. Dezember 1980. An diesem Tag wehte in Emden der Wind jedoch mit Stärke 6, in Böen sogar 7 bis 9; die hafenbehördliche Erlaubnis gab eine maximale Windstärke von 5 vor. Nach einer Lagebesprechung führte man den Festakt trotzdem wie geplant durch – und alles ging gut.

Taufpatin war Elfriede Klinkenborg, die Ehefrau des damaligen Emder Oberbürgermeisters. Mit der Indienststellung der Fregatte am 7. Oktober 1983 um 11.45 Uhr in Wilhelmshaven wurde auch die Patenschaft zwischen der Stadt Emden und dem Schiff besiegelt, die bis heute lebendig gehalten wird.

 

Bereits 1984 holte sich die Besatzung der Fregatte den „Barbarapreis“ für die besten Schießergebnisse der Flotte. Und Ende des selben Jahres ging es zum ersten Mal erfolgreich zur Gefechtsausbildung nach Großbritannien – damals noch in Portland. In den 25 Jahren nahm die „Emden“ außerdem an wohl jedem bekannten Manöver und Einsatz teil. Erwähnt seien hier beispielsweise die Adria-Einsätze bei „Sharp Guard“. In den Jahren 1995 und 1996 diente die Fregatte dabei Flottillenadmiral Frank Ropers als Flaggschiff für einen multinationalen Verband. Dreimal nahm die „Emden“ seit 2002 an der Operation „Enduring Freedom“ am Horn von Afrika teil.

 

Bis heute legte sie insgesamt rund 680 000 Seemeilen zurück. Bei aller Feierlaune – ein dunkles Kapitel des Schiffes soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Anfang Oktober 1998, pünktlich zum 15-jährigen Jubiläum, rammte die „Emden“ einen Flügel der Kaiser-Wilhelm-Brücke.