Page 6

WZ-GartenZeit - Ausgabe 9

Seite 6 Freitag, 2. Juni 2017 Die Bergwelt im Vorgarten Alpine Pflanzen wachsen ja eigentlich an und zwischen den kargen Felsen weit oben auf den Bergen. Aber auch in den meisten Gärten auf Höhe Normalnull kommen sie gut zurecht – in extra gestalteten Steingärten. ETTENHEIM/OBERDORF/DPA/ TMN – Kleine Gipfel erheben sich zwischen den blauen Hütchen der Glockenblumen und den bizarren Fruchtständen der Alpen-Kuhschelle. Die dichten gelben Büschel des Felsenblümchens hängen den Hang hinab, das Seifenkraut breitet sich wie ein rosa Teppich über dem Gestein aus. Diese Pflanzen gehören zu den genügsamsten Exemplaren für unsere Gärten. Mit schon wenigen Gramm Humus sind sie zufrieden – denn in den Hochlagen der Gebirge, woher die Pflanzen eigentlich stammen, gibt es auch nicht mehr. In angelegten Steingärten abseits der Bergwelten bekommen die Pflanzen aber auch nicht nur alles, was sie gerne haben - und vor allem gerne nicht haben. Sondern der Hobbygärtner schafft sich damit auch noch die Miniatur-Nachbildung Cathrin Triebel arbeitet im Rennsteiggarten Oberhof. Das ist ein botanischer Garten für Gebirgsflora im Naturpark Thüringer Wald. DPA-FOTO: WELZ einer wunderschönen Alpinlandschaft auf dem eigenen Grundstück. Aber er muss den Boden gut aufarbeiten. Am besten ist eine Lage nach Südosten, Süden oder Südwesten“, erklärt Martin Haberer von der Gesellschaft der Staudenfreunde in Ettenheim (Baden-Württemberg). Das entspricht am ehesten dem natürlichen Standort, da die alpinen Pflanzen dort auch viel Licht erhalten. Es gibt zwar auch Schattenpflanzen, etwa Funkien (Hosta), das Immergrün (Vinca), Schaumblüten (Tiarella) oder Elfenblumen (Epimedium). „Aber die meisten Steingarten-Pflanzen sind Sonnenliebhaber“, sagt Cathrin Triebel vom Rennsteiggarten Oberhof. Das ist ein botanischer Garten für Gebirgsflora im Naturpark Thüringer Wald. Das Wichtigste ist ein gut durchlässiger Boden. Die klassischen Pflanzen im Steingarten vertragen Staunässe nicht, erklärt Haberer. Neben Steinen sorgt bestenfalls sogar eine Hanglage dafür, dass das Regen- und Gießwasser immer gut abfließen kann und die Pflanzen sich wohl fühlen. „Gute Drainage ist eigentlich das A und O“, ergänzt Peter Behrens vom Bund deutscher Staudengärtner in Bonn. „Denn oben im Gebirge, in den Alpen, läuft das Wasser ja auch immer gut ab.“ Keine Sorge, dass dann zu wenig das Grün erreicht: Steingarten Pflanzen könnten auch mal längere Zeit ohne Wasser auskommen.Vor dem Anlegen der Drainageschicht müssen auf der gesamten Fläche alle Wurzelunkräuter entfernt werden. Diese können auch über 20 Zentimeter tief im Boden stecken. Fortsetzung Seite 7 Blaukissen (Foto links) setzen Farbakzente im Steingarten. Der Enzian ist ein Hingucker nicht nur in alpiner Landschaft. DPA-FOTO: WELZ - Gewinnspiel Buchfink Machen Sie mit! Gewinnspielbild 2 ausschneiden und in den heutigen Teilnahmecoupon in der , Seite 32, kleben. Zu gewinnen: 2 x 50,- E in bar!


WZ-GartenZeit - Ausgabe 9
To see the actual publication please follow the link above