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WZ-GartenZeit - Ausgabe 6

Seite 7 Samenbomben selbst herstellen Die Nachbarn von Brachflächen und nicht bepflanzten Grünstreifen verschönern immer häufiger diese Flächen – „Guerilla Gardening“ nennt sich das dann. WEIMAR/BERLIN/DPA – Blühendes für karge Flächen: Die Waffe der sogenannten Guerilla- Gärtner sind Samenbomben für schöne Blumen. Sie legen kleinen Erdkugeln voller Samen auf Brachflächen ab, ebenso auf Grünstreifen zwischen Straßen, auf dem Boden um Straßenbäume und in Parks. Ihr Ziel: karge Bereiche sollen im Sommer bunt erblühen. Das ist rechtlich nicht immer zulässig. Doch auch im eigenen Garten lassen sich Samenbomben verwenden – etwa, wenn man nicht durchgeplant Blühpflanzen aussäen möchte, sondern sich lieber überraschen lässt. Die Samenbomben können Hobbygärtner leicht selbst herstellen. Dazu brauchen sie neben den Samen ihrer Lieblingsblumen nur übliche Blumenerde und feuchte Tonerde. Letztere dient als Bindemittel. Diese drei Bestandteile kommen in eine Schüssel. „Bei der Mischung kann man nach seinem Gefühl gehen“, sagt Alexa Herrmann vom Verein Thüringer Ökoherz in Weimar. Sie rät aber dazu, zur besseren Bindung lieber ein wenig mehr Ton- als Blumenerde zu nehmen. Die Masse wird dann zu kleinen Kugeln geformt, etwa in der Größe von Tischtennisbällen. Dann muss der Hobbygärtner die Samenbomben nur noch trocknen lassen. „Ein Tag reicht dafür in der Regel“, sagt die Expertin Alexa Herrmann. Die nun einsatzbereiten Samenbomben werden anschließend einfach im Garten abgelegt. Sobald es regnet, saugt sich die Kugel mit Wasser voll, und die Samen keimen nach und nach auf. Erlaubnis von „Guerilla Gardening“ „Guerilla Gardening“ ist das Bepflanzen von Flächen im öffentlichen Raum durch Bürger, eigentlich vornehmlich zum politischen Protest oder als Zeichen zivilen Ungehorsams. Doch gerade in Großstädten machen das auch viele auch einfach nur, um ihre Straße zu verschönern. Sie bepflanzen zum Beispiel den Boden rund um die vorhandenen Straßenbäume. Rechtlich bewegt man sich damit allerdings in einer Grauzone. Daher rät etwa die Berliner Sektion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), vor dem „Guerilla Gardening“ das zuständige Naturschutz- und Grünflächenamt zu kontaktieren. Teilweise werden dann Pflegeverträge aufgesetzt. Die sogenannten Samenbomben aus einer feuchten Masse aus Blumen- und Tonerde sollten etwa die Größe von Tischtennisbällen haben. DPA-FOTO: SCHUH Freitag, 12. Mai 2017


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