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WZ-GartenZeit - Ausgabe 6

Seite 4 Freitag, 12. Mai 2017 Anerkannte Expertin weiß Rat bei der Schädlingsbekämpfung Wenn Mehltau die Stachelbeerenernte vernichtet, wenn Blattläuse die Rosen bewohnen oder wenn Giersch und Schachtelhalm die Beete überwuchern, dann ist guter Rat gefragt VON WALBURG DITTRICH WILHELMSHAVEN –Genau diese Rat bekommen geplagte Gartenfreunde von Beate Reese. Die geprüfte Schädlingsbekämpferin ist Inhaberin der Firma Karl Unckenbolt am Handelshafen. Im Gespräch mit der „GartenZeit“ beantwortete sie einige Fragen, die sicher viele Gartenfreunde beschäftigen. Frage Was bedeutet für Sie guter Pflanzenschutz? Beate Reese Der beste Pflanzenschutz ist immer zuerst eine gute Sortenwahl, ein optimaler Standort und ein guter, lockerer Boden. Nur Pflanzen, die möglichst resistent gegen Krankheitserreger gezüchtet wurden, sind widerstandsfähig. Etwa bei Rosen die ADR-Sorten. Nur ein passender Standort ermöglicht der Pflanze optimales Wachstum und Widerstandsfähigkeit. Der Boden ist ihr Lebenselixier, hier bekommt sie Nährstoffe und Halt. Frage Fangen wir einmal beim Unkraut an. Was ist zu tun, wenn trotz hacken und jäten Giersch oder Schachtelhalm die Beete überwuchern? Beate Reese Wenn man der Unkrautflut im Garten auf mechanische Art nicht mehr Herr wird, ist der Einsatz von Unkrautvernichtern zu empfehlen. Gerade bei Giersch ist eine mechanische Bekämpfung schwierig. Bleibt nur ein kleines Stück Wurzel im Boden, wächst der Giersch weiter. Frage Es gibt unzählige Unkrautvernichtungsmittel. Beate Reese ist Inhaberin der Firma Karl Unckenbolt Welches nehme ich? Beate Reese Es gibt eigentlich nur zwei verschiedene Wirkgruppen bei Unkrautvernichtern. Eines funktioniert nach dem Prinzip des Abbrennens, das andere stört die Photosynthese der Pflanzen. Ersteres enthält Fettsäure und wird direkt auf die Blätter gesprüht, die dann durch die Säure verbrennen. Nach zwei bis drei Stunden sieht man, dass die Pflanze braun wird. Das am Handelshafen. WZ-FOTO: GABRIEL-JÜRGENS zweite Mittel, Roundup genannt, braucht dafür eine gute Woche, wirkt aber auch wurzeltief. Frage Das klingt nach viel Chemie? Beate Reese Alle im Handel erhältlichen Unkrautvernichter sind biologisch abbaubar. In langen Studien muss bewiesen werden, dass keine Laufkäfer oder andere Bodenlebewesen durch das Mittel geschädigt werden. Nur dann werden sie zugelassen und sind für den Hobbygärtner erhältlich. Frage Sind diese Unkrautvernichter auch für Rasenunkräuter geeignet? Beate Reese Nein, gegen Rasenunkräuter gibt es ein spezielles Mittel mit einer anderen Wirkungsweise. Hierbei nutzt man es aus, dass der Unkrautvernichter an den Grashalmen herabläuft, aber auf den mehrblättrigen Unkräutern liegen bleibt und so einwirken kann. Der Löwenzahn und andere, meist flach am Boden kriechende Unkräuter, fangen übermäßig an zu wachsen, fast so, als wenn man das Unkraut gedüngt hätte. Aber beim nächsten Rasenmähen schneidet man es dann einfach mit raus. Ab 10 Grad Bodentemperatur ist dafür der richtige Zeitpunkt. Frage Wie lang ist denn die Abbauzeit der Unkrautvernichter? Beate Reese Das ist unterschiedlich. Die Abbauzeit ist auf den Packungen immer angegeben. Bei Unkrautvernichtern mit Langzeitwirkung kann das dann schon mal ein halbes Jahr sein. Frage Und was unternehme ich gegen Blattläuse? Beate Reese Es gibt über 600 verschiedene Arten Blattläuse und viele Möglichkeiten der Bekämpfung. In der Regel werden Insektizide gespritzt, gerade bei den biologischen Mitteln ist oft Rapsöl drin. Das verklebt die Atmungsorgane der Blattläuse und auch ihrer Eier. Es ist aber kein reines Rapsöl, sondern eine sprühbare Emulsion. Denn sonst würde das Öl ja auf dem Wasser schwimmen und hätte keine Wirkung. Das bekannteste Produkt ist wohl Spruzit. Der Wirkstoff ist ein natürliches Pyrethrum, ein Nervengift, das in Deutschland schon seit über 160 Jahren eingesetzt wird. Frage Wer garantiert mir, dass die Mittel wirksam und trotzdem umweltverträglich und biologisch abbaubar sind? Beate Reese Wir haben eines der strengsten Pflanzenschutzgesetze weltweit. Pflanzenschutzmittel benötigen eine Zulassung und werden strengsten geprüft, bevor sie überhaupt in den Handel kommen. Das kann schnell mal vier bis fünf Jahre dauern. Früher gab es über tausend Wirkstoffe, heute sind es nur noch etwa 150. Eine gewisse Auswahl ist aber nötig, um Resistenzen zu vermeiden. Ich als Händlerin benötige zum Verkauf einen Sachkundenachweis und muss mich regelmäßig schulen lassen, da dieser Ausweis nur drei Jahre gültig ist. Beet- und Balkonpflanzen Aus eigener Anzucht! 90 Jahre GÄRTNEREI LAMEYER Hagenstraße 27 26316 Varel Telefon 0 44 51 / 57 08 www.gaertnerei-lameyer.de Groß, komfortabel P direkt vor dem Haus! Öffnungszeiten: Mo. – Sa. 8.30 bis 18.00 Uhr · So. 10.00 bis 12.00 Uhr ªMuttertag ist am 14. Mai!


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