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WZ-GartenZeit - Folge 4

Online-Spezial -GARTENZe i t Freitag, 28. April 2017 Seite 9 WZonline.de/garten Abbildungen ähnlich. Irrtümer vorbehalten. Solange der Vorrat reicht. Groß Belt 9 Tel. (0 44 21) 75 77 - 0 26389 Wilhelmshaven Fax (0 44 21) 75 77 - 49 Mo-Fr 7.00-17.00 Uhr info@jade-baustoffe.de Sa Jade Baustoffe GmbH & Co. KG 8.00-12.00 Uhr www.jade-baustoffe.de Besuchen Sie unsere Gartenausstellung! Und lassen Sie sich von unserem vielseitigen Angebot inspirieren! unter Invasion eines grünen Riesen Der Eröffnungstermin für den neuen Botanischen Garten rückt näher. Pflanzen, die dort bereits wachsen und blühen, stellt Sigrid Heider, Leiterin des Botanischen Gartens, vor VON SIGRID HEIDER WILHELMSHAVEN –Wie immer, wenn man einen neuen Garten anlegt, ist es spannend, was sich noch alles im Boden versteckt. Und so geht unser suchender Blick am Neuengrodener Weg nach den Erdarbeiten des letzten Jahres vor allem in die ungestörten Randbereiche des Gartens, so auch entlang des Grabens, der uns vom Rosarium trennt. Hier zeigten sich in den letzten Tagen in frischem Grün große, stark zerschlitzte Blätter, die zunächst eine bodenständige Rosette bilden. Wer sich einmal intensiver mit der dazugehörigen Pflanze beschäftigt hat, wird sie auch in diesem ganz jungen Stadium sicher erkennen. Die Blätter gehören zum Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum Sommier&Levier). Der Riesen-Bärenklau, auch Herkuleskraut genannt, ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Alles an dieser Pflanze wird riesig. Höhen von drei bis vier Metern sind keine Seltenheit. Der oftmals purpurrot gefleckte Stängel kann an der Basis einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern erreichen. Er trägt Blätter, die über ein Meter groß werden und typisch gelappt sind. Die Blütendolden sind 30- bis 150strahlig und können einen Durchmesser von 30 bis 50 Zentimetern erreichen. Bis zu 80 000 weiße Einzelblüten bilden bis zu 30 000 Samen aus. Die äußeren Blüten sind einseitig vergrößert und bis zu zwei Zentimeter groß. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab. Kommt sie nicht zur Blüte, kann die Pflanze mehrere Jahre überdauern. Die auffällige und sehr dekorative Pflanze stammt aus dem Kaukasus und wurde ab 1890 in Europa als Zierpflanze in Gärten und Parks eingeführt. Mittlerweile zählt man den Riesen- Bärenklau zu den invasiven Neophyten. Vom Menschen absichtlich oder unabsichtlich eingeführt, breiten sich diese Pflanzen stark aus und verdrängen die heimische Flora. So verbreitete sich der Stickstoffliebende Bärenklau, der sonst nur sehr wenig Ansprüche an die Bodenverhältnisse stellt, sehr erfolgreich entlang von Straßen- und Waldrändern sowie in Bach- und Flusstälern in ganz Mitteleuropa. Neben seiner großen Konkurrenzkraft ist der Riesen Bärenklau aber vor allem wegen seiner gesundheitlichen Risiken für Mensch und Tier bekannt. Er bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarine, die bei Hautkontakt in Kombination mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen auslösen können. Es kommt zu Hautrötungen, Blasenbildungen und schweren Verbrennungen der Haut. Für die Beseitigung der Pflanze gibt es spezielle Regeln. Jetzt im zeitigen Frühjahr kann man die Pflanze mit einem schräg geführten, bis 15 Zentimeter tiefen Spatenstich kappen. Weder die unterirdische Pfahlwurzel, noch die abgeschlagene oberirdische Pflanze wachsen dann weiter. Da man immer, wenn man eine Jungpflanze gefunden hat, davon ausgehen muss, das noch größere Samenreserven im Boden ruhen, muss man jetzt regelmäßig kontrollieren, um ggf. weitere Pflanzen abstechen zu können. Wichtig ist es, Haut und Augen bei der Arbeit gut vor dem Saft der Pflanze zu schützen und die Arbeiten möglichst an einem bedeckten Tag auszuführen. Da man die Pflanze nicht überall entfernen kann, sollte man sie auch im nichtblühenden Stadium erkennen, um sich angemessen vor ihr zu schützen. Es ist geplant, im Botanischen Garten in den nächsten Jahren wieder eine Pflanze bis zur Blüte vorzustellen. Den Standort werden wir aber selbst bestimmen, damit sie rechtzeitig vor der Samenreife entfernt werden kann. Serie Grüner Freitag Den Riesen-Bärenklau sollte man besser nicht im Garten kultivieren. WZ-FOTO: GABRIEL-JÜRGENS


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