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WZ-GartenZeit Folge 3

Freitag, 21. April 2017 Online-Spezial unter -Seite 8 WZonline.de/garten GARTENZeit Kleine Kugelbäume ganz groß BONN/GMH/GBV – Ein Baum wächst Gartenbesitzern mit den Jahren schnell über den Kopf. Insbesondere wenn wenig - Gewinnspiel Blaumeise Machen Sie mit! Gewinnspielbild 2 ausschneiden und in den heutigen Teilnahmecoupon in der , Seite 32, kleben. Zu gewinnen: 2 x 50,- E in bar! EXPERTENTIPP Die Auswahl an kleinbleibenden Gehölzen mit runder Krone wächst stetig. Am bekanntesten ist immer noch der Kugelahorn (Acer platanoides Globosum). FOTO: GMH/GBV Zyperngras als Knabberzeug ziehen Während viele Zyperngräser in Deutschland im Zimmer stehen, handelt es sich bei der Erdmandel um einen Tipp fürs Gemüsebeet. Die Art mit dem Namen Cyperus esculentus ist zwar noch recht selten zu finden, aber in den vergangenen Jahren etwas bekannter geworden. Ihre Knollen enthalten Fett, Stärke und Eiweiß, so dass sie sättigend sind und als getrocknete Flocken Abwechslung in die vegetarische Ernährung bringen. Sie werden auch zu Mehl verarbeitet. „Ursprünglich war die Erdmandel vermutlich im tropischen Afrika bis nach Indien verbreitet“, erläutert Ehrentraud Bayer, Leitende Sammlungsdirektorin des Botanischen Gartens München-Nymphenburg. Doch die Pflanze hat neue Gebiete erobert. Sie zählt in der Natur inzwischen sogar zu den invasiven Pflanzen, die sich stark ausbreiten. Grund sind wohl ihre unterirdisch wachsenden, kleinen Knollen. „Man vermutet, dass diese Knollen mit Gladiolenzwiebeln verschleppt worden sind“, erläutert Bayer. Eine besondere Fähigkeit der Erdmandel besteht darin, dass die Pflanze in der Lage ist, auf salzhaltigen Böden zu wachsen und auch Schwermetalle dem Boden entziehen kann. „Eine weitere Anwendung findet die Erdmandel bei der Rekultivierung von belasteten Böden“, erläutert Bayer. Die Pflanze gedeiht auf lehmig, sandigen Böden gut. Sind die Wurzelstöcke tief genug gepflanzt, sind sie auch winterhart. Platz vorhanden ist, sollte die Auswahl eines Gehölzes deshalb gut durchdacht sein. Für kleine Grundstücke und Vorgärten bieten Garten-Baumschulen und Einzelhandelsgärtnereien eine Auswahl an kompakten Kugelbäumen an. Kleinbleibende Bäume mit einer runden Krone sind Werk eines Gärtners und so in der Natur nicht zu finden. Während früher Bäume einfach gekappt wurden, damit beispielsweise eine Linde nicht zu groß wird, hat sich heute die Veredelung durchgesetzt. Dafür pfropft der Gärtner in der Baumschule auf einen geraden Stamm eine langsam wachsende Krone. Das hat den Vorteil, dass der Stamm nicht weiter in die Höhe wächst, sondern nur dicker wird. Die Krone wird die über die Jahre größer, lässt sich jedoch durch regelmäßigen Rückschnitt auf einem gewünschten Durchmesser halten. In Parks und als Straßengrün ist vor allem der Kugelahorn (Acer platanoides ’Globosum’) bekannt. Der Baum bildet eine kugelige, dichte Krone und ist sehr robust. Filigran kommt die Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia ’Umbraculifera’) mit ihren gefiederten Blättern daher. Beliebt als Hausbaum ist zudem der Kugel-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides ’Nana’) mit großen, herzförmigen Blättern. Relativ neu und schon sehr beliebt ist der Kugel-Amberbaum (Liquidambar styraciflua ’Gumball’): Er ist sehr robust gegen Schädlinge und Krankheiten, hat schönes Laub und zum Teil einen knorrigen Stamm. Auch andere bekannte Baumsorten finden sich in veredelter Form im Fachhandel – darunter Kugelesche (Faxinus excelsior ’Nana’), Kugeleiche (Quercus Palustris ’Green Dwarf’) und Kugelplatane (Platanus acerifolia ’Alphen’s Globe’). Zwar klein, aber durchaus markant im Erscheinungsbild, eignen sich Kugelbäume als Solisten im Garten. Auch in Paaren gepflanzt und als Allee entlang der Einfahrt geben sie ein schönes Bild ab. Eine Alternative sind sogenannte Kugel-Hochstämme: Sie werden vom Gärtner über Jahre hinweg so getrimmt und gestutzt, dass sie einen Stamm mit einer runden Krone ausbilden. Sie sind meist kleiner als Kugelbäume und brauchen regelmäßigen Rückschnitt. Kugel-Liguster (Ligustrum delavayanum) bleibt unter zwei Metern Höhe und eignet sich deshalb auch für die Bepflanzung großer Kübel. Anders als viele Bäume behält die Krone auch im Winter die grünen Blätter. Im Juni erfreut der Liguster mit weißen, in Rispen stehenden Blüten. Wegen der roten Herbstbeeren zwischen dunkelgrünen Blättern sind Stechpalmen-Hochstämme (Ilex aquifolium) sehr beliebt. Sogar essbar sind die aromatischen Blätter des Gewürzlorbeer (Laurus nobilis), der sich gut in Form schneiden lässt. Das Gehölz aus dem Mittelmeerraum zeigt insbesondere an warmen, sonnigen Standorten seine Vorzüge, muss dafür im Winter vor starkem Frost geschützt werden. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die Glanzmispel (Photinia fraseri). Das liegt zum einen am Laub, das kräftig rot austreibt und sich mit der Zeit grün färbt. Zum anderen blüht sie weiß und bildet zum Herbst hin rote Kugelfrüchte aus.


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