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WZ-GartenZeit Folge 3

Online-Spezial -GARTENZeit Freitag, WZonline.unter 21. April 2017 de/garten Seite 5 Idealer Bodendecker im Gehölz Der Eröffnungstermin für den neuen Botanischen Garten rückt näher. Pflanzen, die dort bereits wachsen und blühen, stellt Sigrid Heider, Leiterin des Botanischen Gartens vor. VON SIGRID HEIDER WILHELMSHAVEN –Am Eingangstor zum Stadtpark, dass uns in Zukunft mit dem Rosarium, dem Rüstringer Stadtpark und dem Bootshaus verbinden wird, blüht zur Zeit überreich mit gelben Blüten ein kleines Rosengewächs, die Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata (STEPH.)FRITSCH). Der Gattungsname Waldsteinia erinnert an den österreichischen Offizier und Botaniker Franz Graf von Waldstein Wartenberg (1759-1823), lässt sich also nicht übersetzen. Der Name wurde – wie wir es auch von Dahlien, Gladiolen oder Narzissen kennen – einfach eingedeutscht. Mich erinnert die kleine Pflanze trotz ihrer gelben Blüten immer an eine Erdbeere und damit scheine ich nicht die einzige zu sein, denn in manchen Staudenkatalogen findet man sie auch als Golderdbeere. Der Artname ternata bedeutet dreizählig und verweist auf die Blätter der Pflanze: dreigeteilt, etwa fünf Zentimeter groß, von einem frischen Grün, beiderseits schwach behaart. Die Blattränder sind gekerbt. Die goldgelben Blüten sind dagegen, wie es sich für ein Rosengewächs gehört, fünfzählig: fünf Kelch- und fünf Blütenkronblätter umschließen zahlreiche Staub- und Fruchtblätter. Die Dreiblättrige Waldsteinie wird zehn bis 15 Zentimeter hoch. Sie bildet ein weit verzweigtes Wurzelsystem und kann über Ausläufer Teppiche von 30 bis 60 Zentimeter Breite bilden. An ihrem Naturstandort, in Kärnten und auf der Balkanhalbinsel, im Gebiet des Baikalsees, weiter über Sibirien bis nach Mittel- und Nordjapan, Serie Grüner Freitag wächst sie vor allem an Gehölzrändern. Sie ist daher in unseren Gärten ein beliebter Bodendecker an halbschattigen Standorten. Da sie sehr dominant werden kann, ist sie dabei zwischen Gehölzen besser aufgehoben als im Staudenbeet. Wer hier dennoch im Frühling nicht auf die kleinen gelben Blüten verzichten möchte, kann es mit ihrer Schwester, der Gelapptblättrigen Waldsteinie (Waldsteinia geoides WILLD.) versuchen, die ebenfalls im Halbschatten wächst, aber keine Ausläufer bildet. Die Dreiblättrige Waldsteinie erfreut uns der derzeit mit ihren üppig gelben Blüten. WZ-FOTO-GABRIEL-JÜRGENS


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