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WZ-GartenZeit Ausgabe 2

Donnerstag, 13. April 2017 Online-Spezial unter Seite 8 WZonline.de/garten -GARTENZeit Hingucker in jedem Garten Der Eröffnungstermin für den neuen Botanischen Garten rückt näher. Pflanzen, die dort bereits wachsen und blühen, stellt Sigrid Heider, Leiterin des Botanischen Gartens vor. VON SIGRID HEIDER WILHELMSHAVEN –Wer zu den Ostertagen den Frühling bei einem Spaziergang im Stadtpark genießen möchte, der kommt – von der Stadtmitte aus kommend – an zahlreichen reichblühenden, weißen Sträuchern entlang, die im Wechsel mit den Lindenbäumen den Neuengrodener Weg säumen. Der bronze- bis kupferfarbene Blattaustrieb verrät die Kupfer- Felsenbirne (Amelanchier lamarckii). Bei einem Blick über den Zaun des Botanischen Gartens sieht man zwei Pflanzen dieser Art, die mit ihrem lichten, schirmförmigen Wuchs unsere Pergola begrenzen und im Schutz der halbrunden Klinkermauer schon voll erblüht sind. Der sommergrüne Strauch gehört in die Familie der Rosengewächse und stammt aus dem östlichen Nordamerika. In Europa war er bereits im 18. Jahrhundert in vielen Botanischen Gärten und Parks zu finden. Im 19. Jahrhundert wurde er in den Niederlanden, in Westfalen und Niedersachsen, wo die Kupfer-Felsenbirne ein ähnliches Klima wie in ihrem Ursprungsgebiet vorfindet, als Obstgehölz gepflanzt. Da sie sich in diesem Gebiet gegen Frost, Staunässe aber auch Phasen der Trockenheit behaupten konnte, verwilderte sie vielerorts. Seit den 1960er Jahren hat sie sich dann in unseren Gärten einen Namen als Zierstrauch gemacht. Die kleinen, ovalen Laubblätter entfalten sich jetzt während der Blütezeit. Sie sind zunächst bronze- bis kupferfarben, unterseits dicht silbrig behaart und bilden einen aparten Kontrast zu den schneeweißen Blüten. Voll entwickelt werden die Blätter einen ganzen Sommer lang mattgrün und eher unscheinbar sein, im Wind aber ein lichtes Schattenspiel auf die Klinkermauer werfen. Im Herbst dann, können wir uns auf den zweiten großen Auftritt der Felsenbirne freuen, wenn sich die Blätter vor dem Laubfall von leuchtendgelb über orange nach rot verfärben. Die Blüten der Felsenbirne sind zwei bis drei Zentimeter groß und stehen in leicht überhängenden, wenigblütigen Trauben. Sie sind geruchlos und, wie es sich für ein Rosengewächs gehört, fünfzählig: fünf schmale, weiße Blütenkronblättern umrahmen 20 (4x5) Staubblätter und einen fünfteiligen Griffel. Aus diesen Blüten entwickeln sich bis Ende Juni/ Anfang Juli kleine blauschwarze Früchte, die an winzige Äpfel erinnern. Sie sind zwar voller kleiner Kerne, schmecken aber angenehm süß. Wer schneller ist als unsere heimischen Singvögel und die Mühe des Pflückens nicht scheut, kann aus den Früchten Marmelade kochen. Die Vögel dabei bitte nicht vergessen. Man kann gut beobachten, wie sie die Früchte als Ganzes verspeisen und so für die Verbreitung der Samen sorgen. Die Felsenbirne ist also aus vielerlei Gründen ein echter Hingucker in unseren Gärten. Serie Grüner Freitag Die kupferfarbenen Blätter der Kupfer-Felsenbirne bilden einen aparten Kontrast zu den schneeweißen Blüten. WZ-FOTO: GABRIEL-JÜRGENS Frühkartoffeln vom eigenen Balkon ernten VEITSHÖCHHEIM/DPA/TMN – Kartoffeln lassen sich auch im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse ziehen. Dazu sollte man dunkle Gefäße wählen, rät die Bayerische Gartenakademie. Sie erwärmen sich schnell und fördern das Wachstum der Knollen. Aber zu viel Hitze ist auch nicht gut, weshalb die Gefäße nicht in der prallen Sonne stehen dürfen. Gut sind Kübel oder Kisten mit mindestens 15 Liter Fassungsvolumen und einem hohen Rand. Sie sollten Löcher im Boden haben, damit sich überschüssiges Gießwasser nicht aufstaut. In diese Gefäße kommt erst eine Drainageschicht von etwa 5 Zentimetern Höhe, zum Beispiel Tonscherben, Kies oder Blähton. Darauf folgt eine 15 Zentimeter hohe Schicht hochwertige Blumenerde. Gesetzt werden nun am besten Saatkartoffeln. Sie sind sortenrein, weniger krankheitsanfällig und wuchsfreudiger als Speisekartoffeln. Am besten sind die Knollen an einem hellen Ort etwas vorgekeimt. Sie werden dann mit etwa fünf Zentimetern Erde bedeckt. Etwa drei bis vier Knollen passen in ein Zehn-Liter Gefäß. Nach dem ersten Austrieb folgt ein wichtiger Pflegeschritt: Ragen die ersten Triebe etwa zehn Zentimeter aus der Erde, kommt noch einmal Erde darüber und bedeckt alles Grün. Das Gefäß muss also so hoch sein, dass dies möglich ist. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis der Topfrand erreicht ist. Das fördere die Knollenbildung. Frühkartoffeln sind nach etwa 90 Tagen erntereif, spätere Sorten nach etwa 140 Tagen.


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